Archiv für Juni 2012

Hier entsteht der Blog der Initiative zur Gründung der Anarchistischen Föderation Rhein Ruhr.

Hier entsteht der Blog der Initiative zur Gründung der Anarchistischen Föderation Rhein Ruhr (IzGdAFRR).

Wenn ihr Interesse habt und euch (schon in der Vorbereitungsphase) in der IzGdAFRR zu engagieren, schreibt uns an:
afrrheinruhr@riseup.net

ein erstes Treffen gibt es auf der Libertären Medienmesse in Bochum am Samstag, den 25.08.2012, um 15 Uhr auf der Empore. (Ihr könnt auch einfach am Infopoint der Limesse nachfragen)

2. Libertäre Medienmesse in Bochum I 24.-26.082012

Eine anarchistische Gruppe/Lokalföderation RheinRuhr der 87.te Versuch einer Vernetzung von Gruppen, die es gar nicht gibt oder doch was „Neues“?

Es tut sich was im Pott und im Rheinland.
Aus dem schüchternen Versuch eine Diskussion um eine anarchistische Gruppe und Vernetzung im Ruhrgebiet zu starten, entsteht langsam eine lebhafte Diskussion. Mehr noch als die anlaufende rege Diskussion, an der sich nun auch die ersten anarchistischen Gruppen konstruktiv beteiligen, motiviert der große Zuspruch von einigen Gruppen und Einzelleuten, die bereits Ihre Mitarbeit angekündigt haben und die Initiative klasse finden.
Die Idee eine anarchistische Gruppe/Lokalföderation im Ruhrgebiet zu etablieren, scheint zum richtigen Zeitpunkt zu kommen und trifft den Nerv vieler linker, libertärer und anarchistischer Menschen in der Region.

Was aber ist anders oder neu, oder vielleicht nur zurzeit neu an der Idee?

Das Grundkonzept der Gruppe ist ein gesamtheitlicher Ansatz. Neben einem organisatorischen und föderalistischen Ansatz will die Gruppe Raum geben durch einen Kampf „FÜR“, gegen unser kapitalistisches System, zu kämpfen. Es geht also um den Kampf für eine herrschaftsfreie, anarchistische Gesellschaft. Das Ziel ist groß. Die einzelnen Schritte zur Erreichung des Zieles dürfen klein sein.

Geben wir der Gruppe den Arbeitstitel AFRR (Anarchistische Föderation RheinRuhr).
Die AFRR soll der Versuch sein, einen weiteren Baustein aufzubauen, der dem Kampf um eine befreite Gesellschaft Perspektive und zusätzliche Stärke gibt. Dieser Kampf soll so effektiv wie möglich geführt werden und dafür ist ein hoher Grad an Organisierung nötig.

Die AFRR will eine Struktur schaffen in der möglichst viele freiheitsliebende Menschen ihre Ideen und Aktivitäten einbringen können, um am Aufbau einer Bewegung mitzuarbeiten, die eine herrschaftsfreie Gesellschaft zum Ziel hat.

Die AFRR will eine wachsende Gruppe sein, die Ihren Teil zur Bildung und/oder Stärkung größerer organisatorischer Strukturen beiträgt. Wie die Programmatik und Struktur sollte auch die Praxis nicht beliebig, aber offen und veränderbar sein.
Die Gruppe will auch Menschen zusammenzubringen, die zwar Herrschaftsfreiheit wollen, aber bisher kaum Chancen sehen, politisch entsprechend wirken zu können.

Ein wesentlicher Punkt der Gruppe soll es sein, eine „Ein-Punkt-Politik“ und strategielose Kampagnen zu vermeiden.
Es wird ein gesamtheitlicher Ansatz angestrebt und die Ziele der Gruppe könnten folgende sein:

1. Die anarchistische Idee verbreiten
2. Die Organisierung libertärer, anarchistischer Menschen zu ermöglichen und verbindliche Strukturen bereitzustellen
3. Am Aufbau eine starken anarchistischen Bewegung mitzuarbeiten
4. Auseinandersetzungen und Kämpfe für eine anarchistische Gesellschaft zu organisieren und durchzuführen
5. Teilnahme an aktuellen sozialen Kämpfen
6. Aufbau von verbindlichen Strukturen

Es ist die Gesamtheit der Ziele und Ihre Umsetzung, die viele Menschen ansprechen und von der anarchistischen Idee begeistern und überzeugen soll. Nicht die Kritik an oder die Abgrenzung zu anderen linken Gruppen soll im Vordergrund stehen, sondern die eigene Arbeit und Identität.
Es ist auch die Gesamtheit der Ziele und Methodik, die am Ende Spaß macht und verhindert in ein „Kampagnen-Loch“ zu fallen.

An folgenden Punkten will die Gruppe im Rahmen Ihrer Ziele arbeiten:

AnarchistischeKlärung
Was ist überhaupt Anarchie – und wie unterscheidet sie sich von Regellosigkeit und Chaos?
Ein Ziel der Gruppe ist es, mit den unterschiedlichsten Medien zu erklären was Anarchie ist und mit den gängigsten Vorurteilen aufzuräumen.
Diese Klärung wollen wir einer breiten Öffentlichkeit zugängig machen.
Dazu gehören auch Bildungsveranstaltungen, Workshops, Vorträge usw.

AnarchistischeKritik/Analyse
Analyse der bestehenden Verhältnisse.
Analyse der aktuellen Kämpfe und gesellschaftlichen Entwicklungen. Dazu gehören sowohl gesamtgesellschaftliche internationale Entwicklungen wie auch greifbare aktuelle Ereignisse.
Das bedeutet den fundierten Entwurf einer Gesellschaftskritik aus zeitgemäßer anarchistischer Sicht und den Entwurf einer Alternative.

AnarchistischeKultur
Kultur dient uns als Ausdrucksmittel eines freiheitlichen Lebensgefühls und kann gesellschaftliche Konflikte darstellen und zur öffentlichen Diskussion anregen.
Konkret sollen Konzerte und Partys organisiert, Theaterstücke und Filme vorgeführt und Netzwerke mit unterschiedlichsten Kunstschaffenden aufgebaut werden. Es sollen weitere Formen der Förderung und Verbreitung von anarchistischer Kunst und Kultur entwickelt werden.

AnarchistischerKurzschluss
Es soll die Zusammenarbeit und der Austausch von Informationen und materiellen Ressourcen mit anarchistischen, undogmatischen linksradikalen und basisdemokratischen Gruppen und Einzelpersonen auch international gefördert und unterstützt werden.

Direkte Aktion
Die Gruppe soll sich phantasie- und kraftvoll an den aktuellen Widerstandskämpfen beteiligen und diese mitgestalten. Wobei wir bei unseren Aktionen darauf achten werden, dass sich weder strukturelle und/oder Wissenshierarchien bilden können.
Der Gruppe soll also ein teilinterventionistisches Politikverständnis zu Grunde liegen. Das heißt, dass die Gruppe in gesellschaftliche Konflikte eingreifen soll und sich in soziale Bewegungen und Selbstorganisationsprozesse einbringen soll, auch wenn diese erst einmal nicht unserem revolutionären Selbstverständnis entsprechen. Die Grenzen liegen in den teilweise reformistischen Forderungen, die im Gegensatz zu unseren anarchistischen Zielen liegen und zum Teil ein revolutionäres Denken und Handeln verwässern und erschweren. Hier muss in Einzelfällen analysiert und entschieden werden.
Die Veränderung der Realität soll nicht auf eine ferne, ungewisse Zukunft – “nach der Revolution” – vertagt werden. Es gilt auch im Hier und Jetzt Errungenschaften zu verteidigen und Freiräume zu erkämpfen, wobei ein strategischer Ansatz im Vordergrund stehen sollte.

Da die Diskussion um eine anarchistische Gruppe/Lokalföderation RheinRuhr erst am Anfang steht werden sich einzelne gerade beschriebene Ansätze und Ziele sicher noch ändern und schärfen und weitere werden dazu kommen. Das Konzept ist noch nicht fertig diskutiert und das ist auch Absicht.

Die Gruppe, die im Moment an dem Konzept arbeitet und diskutiert, versteht sich lediglich als Vorbereitungsgruppe und will eine Basis vorbereiten, die dann mit möglichst vielen Einzelleuten und Gruppen weiterdiskutiert, verändert und geschärft wird.

Ein erstes öffentliches Treffen steht bereits fest und findet auf der 2. Libertären Medienmesse in Bochum im Bahnhof Langendreer, am Samstag den 25. August um 15:00 Uhr, statt.

Möglichst viele interessierte Menschen sind aufgerufen zu diesem Treffen zu kommen. Wir werden den Diskussionsstand präsentieren und freuen uns auf eine intensive Diskussion und auf noch mehr Menschen, die an der Gründung einer Anarchistischen Gruppe/Lokalföderation RheinRuhr mitarbeiten wollen.

RauWo

Mehr dazu später,…