Umfairteilen?

Am Samstag den 13.04. findet wieder der „Umfairteilen“ Aktionstag statt. Zum letzten Aktionstag schrieben wir folgenden Flyer:

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? UM“FAIR“TEILEN ?

Die Schere zwischen arm und reich geht immer weiter auseinander. Sozialleistungen des Staates werden gekürzt und Politiker erhöhen sich regelmäßig ihre eigenen Gehälter. Der Euro wird mit Milliarden „gerettet“ und Steuern werden unauffällig erhöht während der Großteil der Bevölkerung im Rausch von Party-Patriotismus Fußball guckt. Ein spontaner Schrei nach „Umfairteilung“ ist verständlich, doch dieser Schrei ist nicht mehr als eine etwas laute Stammtischparole. Die Zielsetzung der Kampagne (etwas höhere Steuern für Wohlhabende) trägt nichts dazu bei das grundlegende Problem unserer Gesellschaft zu überwinden: Der Kapitalismus ist nicht der Patient, sondern die Krankheit! Die geforderte “Umverteilung von oben nach unten” wäre lediglich ein weiteres herumdoktern an den Symptomen dieser Krankheit. Zudem geht aus dem Aufruf und sonstigen Statements eindeutig hervor, dass die Entlastung der öffentlichen Haushalte, das Stopfen von Schuldenlöchern,
also rein staatspolitische Ziele, die Hauptstoßrichtung darstellen. Demnach also keine echte Um“fair“teilung von oben nach unten, sondern eher von oben in die Staatskasse. Damit wäre noch lange nicht gegeben, dass dieses Geld nun wirklich uns allen zugute kommt. An der Kampagne beteiligen sich mit den DGB-Gewerkschaften, der SPD und den Grünen auch Parteien und Organisationen, die maßgeblich an der Verschärfung der sozialen Ungleichheit in den letzten Jahren, z.B, durch die
Hartz-Reformen, beteiligt waren. Die Annahme, dass diese Gruppierungen plötzlich an einer Verringerung sozialer Ungleichheit interessiert sind, kann nur als naiv betrachtet werden. Es geht allein um die Aufrechterhaltung des sozialen Friedens, also die Befriedung der ausgebeuteten Massen. Das der Kampagne zugrundeliegende Politikverständnis ist ein aristokratisches, bei dem
die Kampagne in der Rolle des Bittstellers auftritt, der untertänigst Bitten an den Staat formuliert. Wir brauchen keine weiteren Reformen, sondern einen grundlegenden Wandel unserer Gesellschaft. Schluss mit „ein klein wenig besser“ oder „halb so schlimm“! Wir müssen weg vom ständigen Konkurrenzdenken, egal ob im Kleinen (Verurteilung von Sozialhilfeempfängern) oder im Großen (konkurrierende Nationalstaaten). Zusammen können wir alles erreichen!

Lasst uns dieses ungerechte System zusammen überwinden und eine selbstorganisierte, solidarische und freie Gesellschaft errichten!
Eine andere Welt ist möglich!

Anarchistische Föderation Rhein/Ruhr