Erstes öffentliches Organisationstreffen für das Anarchistische Netzwerk Duisburg



Kommt zum ersten öffentlichen Organisationstreffen für das Anarchistische Netzwerk Duisburg am Sonntag 12. April ab 19.00 Uhr im Syntopia! (Gerokstraße 2, 47053 Duisburg)


Anarchismus?

Anarchie oder auch Anarchismus genannt, beschreibt einen gesellschaftlichen Zustand, in dem es keinen Staat und keine Regierung mehr gibt.
Anarchismus beinhaltet den Gedanken, dass alle Menschen unterschiedliche Individuen sind, und sie als diese akzeptiert und toleriert werden sollen.
Anarchisten streben danach, die offensichtlichen oder subtilen Formen der Herrschaft, denen jeder von uns unterworfen ist, aufzuzeigen und zu bekämpfen.

Anarchie bedeutet keinesfalls Chaos und Regellosigkeit sondern eher Ordnung und Regeln OHNE Herrschaft mit einem Maximum an Freiheit des Individuums.
Anhand eines Schachspiels können wir erkennen, das es in einer Gemeinschaft Regeln geben muss um das menschliche Miteinander zu ordnen, dafür bedarf es jedoch keinerlei Herrschaft bzw. Autorität.
Anarchie ist ein Zustand in dem Individuen in gegenseitigem Vertrauen und Respekt zueinander leben.

Der Anarchismus hat gemeinsame Wurzeln teils aus der europäischen Aufklärung, wie auch von föderalistischen Gesellschaftsstrukturen indigener Völker
in Amerika erhalten, die sich quasi basis-demokratisch ohne Staat organisiert haben. Der Anarchismus ist undogmatisch und wird somit laufend kritisiert und verbessert.
In einer anarchistischen bzw. libertären Gesellschaft, sind Ausbeutung und Entfremdung, Konkurrenz, Unterdrückung, Militarismus und Befehlsprinzip, Krieg und grobfahrlässige Naturzerstörung
überwunden.
Alle haben gleiche politische und soziale Rechte und organisieren ihr Leben selbstbestimmt, ohne staatliche Behörden, Stellvertreter mit freiem Mandat, Chefs oder ausbeuterische Wirtschaftssysteme. Die Produktion, die Bildung, die Verwaltung öffentlicher Einrichtungen und Versorgungssysteme, etc. sind selbstverwaltet, dezentral und transparent organisiert und dienen dem Wohlstand aller, nicht dem Profit einer Minderheit. Produziert wird nicht für den Markt sondern für alle und das zu umwelt- und sozialverträglichen Bedingungen.
Dem Individuum wird ein Maximum an persönlicher Entfaltung ermöglicht. Kinder wachsen in einem Klima auf, in dem sie von Anfang an lernen, respektvoll und solidarisch miteinander umzugehen.
Mit Faustrecht, Bürgerkrieg, Plünderung oder Chaos hat Anarchie, nicht das Geringste zu tun.

Geschichte des Anarchismus

Der Begriff Anarchie stammt vom griechischen „An-Archia“ (herrschaftsfrei) und wurde schon frühzeitig in Zusammenhang mit anti-autoritären Arbeiterbewegungen aufgegriffen. Das Modell des modernen Anarchismus entstand in vielen Fällen aus den Freiheitskämpfen heraus und wurde durch zahlreiche bedeutende Theoretiker und Revolutionäre im Laufe der Jahrhunderte entwickelt und optimiert. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde in der Ukraine, ausschlaggebend durch die russische Revolution und den Widerstand gegen die bolschewistische Parteiherrschaft, die erste anarchistische Gesellschaftsordnung ermöglicht. Diese wurde jedoch 1917 durch die Besetzung der Achsenmächte und die Wiedereinführung des Zaren zunichte gemacht.
Als im Juli 1936 die neu gegründete links-sozialistische Republik in Spanien, durch einen Staatsstreich der Faschisten unter General Francisco Franco abgelöst worden war, wurde der Putsch durch die anarchistische Bewegung innerhalb weniger Tage vereitelt und der Anarchismus eingeführt. Dieser wurde in den Hochburgen der Anarchisten, Andalusien und Katalonien, sowie in den Industriegebieten Madrids, Barcelonas und Valencias bis zur militärischen Unterstützung Francos durch Hitler 1939 erfolgreich etabliert.

Anarchismus in den Medien

Der durchschnittliche Bürger macht sich mit den Worten: „Anarchie würde nie funktionieren“, seine zwei Minuten Gedanken über den Begriff „Anarchismus“ und meint, damit wisse er bereits alles.

Der Anarchismus wird in den Massenmedien, wie auch von Staat und Behörden, laufend diffamiert und missbraucht. Im Duden ist die Ideologie des Anarchismus als schlichte „Gesetzlosigkeit“ definiert, während das Fernsehen und Zeitung den Begriff verwenden, um chaotische und kritische Regionen oder Zustände zu beschreiben. So wurde u.a. als zu Zeiten der Notlage in Haiti die Plünderungen ausbrachen, die Situation als „Anarchie“ betitelt.
Zudem wird nach den Vertretern des Anarchismus immer öfter mit der „Extremismus-Keule“ geschlagen und somit anarchistische Aktivisten und Radikale Linke in einen Topf geworfen oder gar als „gewalttätige Chaoten“ oder „erlebnisorientierte Krawalltouristen“ „ohne jegliche politische Grundlage“ verleumdet.

In Wahrheit jedoch waren u.a. Anarchisten die ersten Menschen, die auf Umweltprobleme hingewiesen haben. Anarchisten haben im Laufe der Geschichte immer wieder den Faschismus und den Imperialismus bekämpft.
Zudem ist der Anarchismus die einzige Alternative einen freien und menschlichen Sozialismus zu gewährleisten.

„Die Regierung des Menschen über den Menschen ist Sklaverei. Wer immer die Hand auf mich legt, um über mich zu herrschen, ist ein Usurpator und ein Tyrann. Ich erkläre ihn zu meinem Feinde.
Regiert sein, das bedeutet unter polizeilicher Überwachung stehen, inspiziert, dirigiert, mit Gesetzen überschüttet, reglementiert, eingepfercht, belehrt, bepredigt, kontrolliert, eingeschätzt, abgeschätzt, zensiert, kommandiert zu werden durch Leute, die weder das Recht, noch das Wissen, noch die Kraft dazu haben…
Regiert sein bedeutet, bei jeder Handlung, bei jedem Geschäft, bei jeder Bewegung notiert, registriert, erfasst, taxiert, gestempelt, vermessen, bewertet, versteuert, patentiert, lizensiert, autorisiert, befürwortet, ermahnt, behindert, reformiert, ausgerichtet, bestraft zu werden. Es bedeutet, unter dem Vorwand der öffentlichen Nützlichkeit und im Namen des Allgemeininteresses ausgenutzt, verwaltet, geprellt, ausgebeutet, monopolisiert, hintergangen, ausgepresst, getäuscht, bestohlen zu werden; schließlich bei dem geringsten Widerstand, beim ersten Wort der Klage unterdrückt, bestraft, heruntergemacht, beleidigt, verfolgt, misshandelt, zu Boden geschlagen, entwaffnet, geknebelt, eingesperrt, füsiliert, beschossen, verurteilt, verdammt, deportiert, geopfert, verkauft, verraten und obendrein verhöhnt, schikaniert, beschimpft und entehrt zu werden. Das ist die Regierung, das ist ihre Gerechtigkeit, das ist ihre Moral.“

– Pierre-Joseph Proudhon –

(Text der Autonomen Anarchistischen Allianz)

Wir empfehlen jedoch eine kritische Auseinandersetzung mit die Schriften Proudhons da sie neben guten Texten zum Anarchismus auch antisemitische und frauenfeindliche Inhalte enthalten, welchen wir ganz klar ablhenen.