Schwarze Tresen in Bochum, Essen und Witten + Organisierungstreffen in Essen!

  • 28.10.2016, 19.00 Uhr, Soziales Zentrum, Bochum: Commons: Wirtschaften neu denken
  • Ausgehend von der Geschichte der Gemeingüter (Allmende) wird in dem Vortrag ein Übergang von der kapitalistischen Warenwirtschaft zu einer bereits heute möglichen freien Gesellschaft beschrieben. Die Überwindung der vorherrschenden (Re-)Produktionsweise ist nicht nur denkbar, sondern auch dringend nötig,
    da die profitorientierte Wachstumslogik dabei ist, die natürlichen Grundlagen unseres Planeten und ihrer Bewohner*innen auszuplündern und zu zerstören.

    Ausgrenzung und Besitzdenken können schrittweise abgelöst werden durch eine neue soziale Produktionsweise: das Commoning eine soziale Beitragswirtschaft als Gemeinschaftsprojekt von freien und gleichen Menschen (commons based peer-production). Als Vorbilder für eine dezentral vernetzte, kooperative Selbstorganisation werden dabei Freie Software, CreativeCommons, Repair-Cafes und Offene Werkstätten genannt. Das bevorzugte Kommunikationsmodell dafür ist die Stigmergie, also ein indirektes Koordinieren von komplexen Netzwerken freiwilliger Selbstorganisation durch das Aufzeigen von Pfaden zu unerfüllten Bedürfnissen.

    Literatur: http://www.keimform.de

  • 11.11.2016, 19.00 Uhr, Alibi – Linkes Zentrum Essen, Anarchistische Schulkritik und Pädagogik
  • In der öffentlichen Wahrnehmung erscheint die staatliche Bildungsinstitution Schule gemeinhin als alternativlos, allenfalls reformbedürftig. Dem gegenüber mangelt es aus anarchistischer Perspektive nicht an schonungsloser Kritik am Pauken, an der Fremdbestimmung und am Eintrichtern von Disziplin und Lehrinhalten.

    Dabei lassen sich mehrere Phasen libertärer Kritik ausmachen, von denen der Vortrag auf die jüngere Phase seit den 1960er Jahren eingeht: in dieser erfreuen sich pädagogisch-optimistische Ikonen aus klassisch-anarchistischen Zeiten (z.B. Francisco Ferrer oder Leo Tolstoi) zwar immer noch einer wohlwollenden Rezeption, jedoch werden auch immer skeptischere Tendenzen gegenüber der Erziehung als Herrschaftsinstrument laut, die bis zur gegenwärtigen Diskussion antipädagogischer Standpunkte gehen.

    Außerdem stellt sich die Frage, wie Herrschaftskritik an Schule aussehen kann in einer Zeit, in der weniger auf Anordnung gepaukt, sondern an die Selbststeuerungspotentiale von SchülerInnen appelliert wird, d.h. neue oder neoliberal reorganisierte Herrschaftsmechanismen in Schule auftreten.

    Nicht zu kurz kommen sollen neben der Besprechung mutmachender Beispiele anarchistischer Bildungspraxis auch die Diskussion.

  • 25.11.2016, 19.00 Uhr, raum, Witten: Freiheit und innere Nötigung. Ein Vortrag über Spinoza im Anarchismus Gustav Landauers
  • Der Philosoph Benedict de Spinoza (1 632-1 677) hat die Freiheit als das Vermögen definiert, frei von äußerem Zwang der eigenen Notwendigkeit gemäß zu handeln und zu existieren. Freiheit ist für Spinoza also nicht der Notwendigkeit entgegengesetzt, sondern Übereinstimmung mit der eigenen, gleichsam inneren Notwendigkeit. Diese Übereinstimmung stellt sich ein im Glück wirklicher Erkenntnis und im vernünftigen Handeln, das ihr entspricht. Es besteht darin, diese Erkenntnis zu verallgemeinern, sie gemeinsam zu genießen und die Freiheit der je Einzelnen durch freiwillige Zusammenschlüsse kollektiv zu steigern. Der Anarchist Gustav Landauer (1 870-1 91 9) hat sich im Verlauf seines Lebens früh und immer wieder dem Werk Spinozas zugewandt. Sein eigenes Schreiben und seine gesamte Praxis sind hierdurch zutiefst geprägt. Im „Aufruf zum Sozialismus“ (1 911 ) gibt Landauer sich beiläufig als „Materialist […] aus der Schule Spinozas“ zu erkennen und an Spinoza dürfen wir auch denken, wenn es dort heißt: „Wo kein Geist und keine innere Nötigung ist, da ist äußere Gewalt, Reglementierung und Staat. […] Geist ist etwas, was in den Herzen und Seelenleibern der einzelnen in gleicher Weise wohnt; was mit natürlicher Nötigung, als
    verbindende Eigenschaft, aus allen herausbricht und alle zum Bunde führt.“ Der Vortrag geht dem Einfluss Spinozas auf das Denken Landauers nach, um ihn sowohl genetisch als auch systematisch zu rekonstruieren. Was sich dann zeigen könnte, wäre ein Anarchismus auf spinozistischer Basis. Im Anschluss an den Vortrag ist ausgiebig Gelegenheit zur Diskussion.

  • 27.11.2016, 15.00 Uhr, Linkes Zentrum Alibi, Essen: offenes anarchistisches Organisierungstreffen
  • Seit 4 Jahren gibt es einen kontinuierlichen Aufbauprozess anarchistischer Gruppen und Strukturen im Rhein/Ruhr Gebiet. Im Ruhrgebiet war dieser bisher vor allem im östlichen Ruhrgebiet erfolgreich. Im Raum Mülheim, Essen, Oberhausen, Gelsenkirchen gab es bislang zwar auch einige Organisierungsbemühungen; bislang sind daraus allerdings leider noch keine langfristig handlungsfähige, explizit anarchistischen Strukturen hervorgegangen. Generell ist eine Entwicklung zu beobachten, dass das östliche Ruhrgebiet auch in der Linken deutlich stärkere Strukturen aufweist. Wir denken, dass es wichtig ist, dass die Bewegung überall stark ist, dass wir überall präsent sind und vor allem, dass es überall Menschen gibt, die Anarchist*innen sind oder mit unseren Inhalten sympathisieren. Was es braucht, ist die Initiative, ein Anstoß, nicht mehr alleine mit seinen Ideen zu bleiben, sondern zusammen zu kommen. Aus der Isolation auszubrechen, in der uns der kapitalistische Alltag wissen will.

    Wir wollen einen Zeit-Raum schaffen, in dem ihr euch kennenlernen könnt. Egal, ob ihr Interesse daran habt, Teil einer anarchistischen Gruppe für eure Stadt zu sein, einen Lesekreis zu etablieren, ein Feld kollektiv zu verwalten, euch in Bildung, Stadtteil oder Arbeit zu organisieren. In Essen ist es gelungen, mit dem linken Zentrum Alibi einen neuen Raum zu etablieren, ein Anfang, auf dem es jetzt aufzubauen gilt!

    Kommt am 27.11.2016 um 15.00 Uhr ins Linke Zentrum Alibi, Gladbecker Str. 10, 45141 Essen

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    Beachtet auch den neuen Schwarzen Tresen in Mülheim von der anarchistische Gruppe Schwarzes Brett: Klick


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