Dortmund: Anarchistisches Kennenlerntreffen: Islam, Islamismus und die Linke

15. Juli 2018
15:00

Am Sonntag, 15.07. ab 15 Uhr im anarchistischen Buch- und Kulturzentrum Black Pigeon!

Zur Zeit ist der Islam in aller Munde, es gibt eine breite gesellschaftliche Diskussion zu dem Thema.

Einerseits gibt es auch hierzulande zunehmend reaktionäre Entwicklungen in islamischen Milieus. Patriachale Strukturen sind dort tief verankert, durch religiös begründete Moralregeln wie Bekleidungsvorschriften oder Alkoholverbote werden Freiheiten im Alltagsleben durch selbst ernannte Sittenwächter immer weiter eingeschränkt. Abweichler*innen aus den eigenen Reihen werden eingeschüchtert und bedroht und teils mit Gewalt bis hin zu Ehrenmorden angegangen. Wie können wir uns in eine handlungsfähige Position bringen, um diesen Zuständen etwas entgegen zu setzen?

Auf der anderen Seite nimmt Fremdenfeindlichkeit gegenüber Migrant*innen und Geflüchteten zu; diese Bevölkerungsgruppe wird unter einen Generalverdacht gestellt und als Ursache für islamische
Gräueltaten dargestellt. Die Anwesenheit von Muslimen wird von Rechtspopulisten als Bedrohung für “unsere Werte” bzw. “die westliche Lebensweise” dargestellt Wie können wir Migrant*innen und Geflüchteten helfen, sich gegen solche Angriffe zur Wehr zu setzen?

Wie sollte eine emanzipatorische und antiautoritäre Islamkritik aussehen? Warum scheuen so viele Linke davor zurück, den Islam zu kritisieren und überlassen dies der AfD? Wie schaffen wir es, dem Einfluss des politischen Islam entgegen zu wirken, Migrant*innen zu unterstützen, die sich islamischem Tugendterror widersetzen und andere davon abzuhalten, eine Gefahr für das Leben aller freiheitsliebender Menschen zu werden?

Der deutsche Staat ist nicht in der Lage effektiv gegen den Islamismus vorzugehen; wir wollen uns dafür einsetzen eine antiautoritäre und emanzipatorische Perspektive zu entwicklen, die nicht aufgrund geopolitscher oder wirtschaftlicher Interessen wegguckt oder das Problem erst bei
gewalttätigen Übergriffen sieht.

Anhand von einigen Thesen wollen wir mit euch in einen Diskurs zu diesem kontroversen Thema treten, zu dem es auch bei uns in der Gruppe sehr unterschiedliche Standpunkte gibt.


Die Anarchistische Gruppe Dortmund lädt zur Diskussion und zum Kennenlernen ein!

An jedem der Nachmittage wollen wir über ein kontroverses Thema diskutieren, zu dem es einen kurzen Einführungsvortrag geben wird. Zu jedem Thema wird auf einen Text hingewiesen, der zur Vorbereitung auf die Diskussion gelesen werden kann (aber nicht muss!).

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Anarchistische Gruppe und andere anarchistische Projekte in Dortmund näher kennen zu lernen oder auch ganz allgemein über anarchistische Ideen zu diskutieren. – Kommt vorbei!

Die Treffen finden im Black Pigeon (Scharnhorststr. 50, 44147 Dortmund) statt.


4 Antworten auf „Dortmund: Anarchistisches Kennenlerntreffen: Islam, Islamismus und die Linke“


  1. 1 Anne Mone 15. Juli 2018 um 20:43 Uhr

    Warum scheuen so viele Linke davor zurück, den Islam zu kritisieren und überlassen dies der AfD?
    Na warum wohl? Gehirngewaschen wie sie sind, haben sich Muffe als Rassisten bezeichnet zu werden. Sucht sich die Szene erst eine Minderheit aus, dann ist jede (von Kritik wolln wir nicht erst anfangen) auch nur realistische Darstelliung untersagt.

  2. 2 Horst 28. Juli 2018 um 13:12 Uhr

    Was ist eigentlich an einer konservativen monotheistischen Religionsausübung so Verteidigenswert? Ob katholisch oder islamisch, beides hat es nicht verdient von Linken Migrant*innen verteidigt zu werden.

    Verteidigen werden wir Migrant*innen uns immer gegen Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit. Aber auch gegen victim blaming (Kopftuch) und andere frauenfeindlichen auswüchse konservativer Monotheismen

  3. 3 wolfgang bauer 28. Juli 2018 um 15:04 Uhr

    wo Barbarei beginnt,endet jede solidarität

  4. 4 Georg 31. Juli 2018 um 0:42 Uhr

    Das Anliegen sich für die Schwächen und Entrechteten einzusetzen, indem man das System erst einmal kaputt macht, habe ich bis zu meinem dreizehnten Lebensjahr nachvollziehen können. Dann hab ich angefangen nachzudenken und bin zu dem Schluss gekommen, dass die angestrebte Fragmentierung der Gesellschaft nur denjenigen in die Hände spielt, die wirklich gemein sind, im doppelten Sinne des Wortes. Dass Antifa u. A. Anarchisten einer Entwicklung Vorschub leisten, wie sie in vergleichsweise harmloser Form in Michel Houellebeqs Roman „Unterwerfung“ beschrieben wird, kann mir egal sein. Persönlich könnte ich mich mit den dort geschilderten Entwicklungen zähneknirschend arrangieren, was Ihr aber ganz gewiss nicht könnt.

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