Anarchistisches Vortragsangebot für NRW und Umgebung

Wir und Menschen aus unserem Umfeld würden gerne in nächster Zeit wieder mehr Vorträge halten, um anarchistische und antiautoritäre Gruppen zu unterstützen.

Momentan bieten wir folgende Vorträge an:
Jenseits von Staat, Kapitalismus und Patriarchat – Anarchismus. Eine Einführung
Herrschaftsinstitution Hochschule: Über die Unterdrückung an der Uni
Für eine Ende der Gewalt – Die Polizei und Alternativen zur ihr
Von der Demokratie zur Freiheit: Der Unterschied zwischen Regierung und Selbstbestimung

Fokus unseres Angebots soll zunächst NRW sein. Falls ihr außerhalb von NRW eine Veranstaltung organisieren wollt, schreibt uns aber trotzdem und wir schauen wie das passt. Alle Vorträge sind kostenlos (wir freuen uns aber, falls ihr über externe Strukturen an Honorare kommt) und innerhalb von NRW haben wir auch keine Fahrtkosten.
Im Nachfolgenden findet ihr die Beschreibungen der einzelnen Veranstaltungen. Schreibt uns bei Interesse an: schwarze-ruhr-uni(at)riseup.net

Jenseits von Staat, Kapitalismus und Patriarchat – Anarchismus. Eine Einführung

Einst die stärkste sozialistische Strömung, wurde der Anarchismus von Faschismus, Staatssozialismus und staatlicher Demokratie bis zum Ende der 1930er Jahre fast vollständig ausgelöscht. Heute wehen die schwarzen Fahnen wieder in den Herzen vieler Menschen.
Doch was ist Anarchismus überhaupt und worin unterscheidet er sich von allen anderen (europäischen) Theorien und Bewegungen der Gegenwart? Warum lehnen Anarchist*innen Kapitalismus und Staat ab? Und weshalb sind Herrschaft und Hierarchien die grundsätzliche Ursache vieler Probleme unserer Welt? Diese und weitere Fragen sollen im Vortrag beantwortet werden, denn nichts ist unrealistischer, als alles so zu belassen wie es ist und andere Resultate zu erwarten. In unseren privaten, finanziellen und emotionalen Kämpfen spiegeln sich globale Unruhen und Katastrophen wider. Wir könnten all unsere Zeit darauf verwenden, ein Feuer nach dem anderen zu löschen, aber sie haben alle die selbe Ursache. Stückweise zu reformieren wird nichts in Ordnung bringen: Wir müssen alles entsprechend einer anderen Logik überdenken.

Herrschaftsinstitution Hochschule: Über die Unterdrückung an der Uni

Universitäten gelten als Orte an denen frei gelernt und geforscht wird.
Meistens wird der Eindruck erweckt, jede*r könne sich frei entfalten und habe die gleichen Chancen zur Selbstverwirklichung.
Dabei sind alle Menschen an der Uni Unterdrückung ausgesetzt und die Hochschule spielt eine wichtige Rolle beim Erhalt von Herrschaft – egal ob durch Prüfungszwang, Zulassungsbeschränkungen oder prekäre Arbeitsbedingungen. Kritisches Denken wird oft nur in dem Maße geduldet, wie es die Herrschaftsinstrumente und Hierarchien im System Uni nicht gefährdet.
Leben, lernen und Arbeit auf dem Campus sind geprägt von Konkurrenz, Wettbewerb und Leistungsdruck. Die Unterdrückungsmechanismen erstrecken sich über alle Fachrichtungen und gehen weit über Lehre und Forschung hinaus.
Wie sehen diese Formen der Unterdrückung also konkret aus? Wie unterscheiden sich die Zwänge die auf Student*innen, „Hilfskräfte“, wissenschaftliche Miarbeiter*innen, Professor*innen oder „nichtwissenschaftliche“ Mitarbeiter*innen einwirken? Und wie können wir gemeinsam gegen die uns betreffenden Herrschaft Widerstand leisten, um die Institution Uni zu überwinden?
Die Broschüre, auf der der Vortrag beruht, findet ihr hier.

Für ein Ende der Gewalt – Die Polizei und Alternativen zur ihr

Die Ausgangsfrage ist: Was sind die Funktionen der Polizei? Wie unterstützen und schützen wir Sie durch unser alltägliches Handeln? Wie kann sogar Kritik an Polizeigewalt die Polizei noch stärken? Welche anarchistischen Widerstandsformen gegen die Polizei gibt/gab es?
Danach werden Alternativen zur vermeintlichen Konfliktlösung durch die Polizei vorgestellt. Fokus ist dabei wie wir so mit Konflikten umgehen, dass sich unserer Leben konkret verbessert und gleichzeitig dem Staat ein Stück Kontrolle entziehen. Eine Inspiration ist Community Accountability (Gemeinschaftliche Verantwortlichkeit).

Von der Demokratie zur Freiheit: Der Unterschied zwischen Regierung und Selbstbestimung

Demokratie ist das allgemeingültigste politische Ideal unserer Zeit. Die AfD will sie in ihrer unmittelbaren Form, der deutsche Staat berief sich auf sie, um den Widerstand gegen den G-20 Gifpel zu verfolgen, und auch Linke Bewegungen fordern sie immer wieder ein. Von der Demokratischen Volksrepublik Nordkorea bis zur autonomen Region Rojava nennt sich praktisch jede Regierung und jede Bewegung demokratisch. Aber was ist das Heilmittel für die Probleme der Demokratie? Alle sind sich einig: Mehr Demokratie. Seit der Jahrtausendwende haben wir eine Vielzahl neuer Bewegungen gesehen, die versprachen, echte Demokratie zu verwirklichen, im Gegensatz zu den scheinbar demokratischen Institutionen, die sie als ausschließend, einschränkend und entfremdend bezeichneten. Gibt es einen roten Faden, der all diese verschiedenen Formen von Demokratie verbindet? Welche von ihnen ist die wahre Demokratie? Kann eine von ihnen die Inklusivität und Freiheit bringen, die wir mit dem Wort verbinden? Oder müssen wir das, was wir anstreben wollen als etwas gänzlich Anderes sehen?
Die Broschüre zum Vortrag gibt es hier.
Die Buchversion bei Black Mosquito (CrimethInc.: From Democracy to Freedom. Der Unterschied zwischen Regierung und Selbstbestimmung)
Alternativ könnt ihr auch die Übsetzer*innen der Buchversion anfragen, die ebenfalls Veranstaltungen zum Thema anbieten.

Bonusteil: Die Kunst des Politischen oder überhaupt keine Kunst

Mit der Demokratie ist unmittelbar die Vorstellung verbunden Politik machen zu wollen. Doch was ist Politik eigentlich und wohin führt ein Denken, das unser Leben als politisch betrachtet? In dem es nur noch Bündnispartnern*innen und Repräsentant*innen gibt? Und wie könnte ein unpolitischer/anti-politischer Anarchismus/Leben aussehen?
Die Kunst des Politischen/The Art of Politics findet ihr hier.


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