Anarchistische Föderation Rhein/Ruhr http://afrheinruhr.blogsport.de Anarchistische Föderation Rhein/Ruhr Mon, 15 Oct 2018 13:50:47 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Bochum: 25.10.2018 – Vortrag: Jenseits von Staat, Kapitalismus und Patriarchat – Anarchismus eine Einführung http://afrheinruhr.blogsport.de/2018/10/15/bochum-25-10-2018-vortrag-jenseits-von-staat-kapitalismus-und-patriarchat-anarchismus-eine-einfuehrung/ http://afrheinruhr.blogsport.de/2018/10/15/bochum-25-10-2018-vortrag-jenseits-von-staat-kapitalismus-und-patriarchat-anarchismus-eine-einfuehrung/#comments Mon, 15 Oct 2018 13:50:47 +0000 Administrator Ankündigungen Gruppen SRUB http://afrheinruhr.blogsport.de/2018/10/15/bochum-25-10-2018-vortrag-jenseits-von-staat-kapitalismus-und-patriarchat-anarchismus-eine-einfuehrung/

Einst die stärkste sozialistische Strömung, wurde der Anarchismus von Faschismus, Staatssozialismus und staatlicher Demokratie bis zum Ende der 1930er–Jahre fast vollständig ausgelöscht. Heute wehen die schwarzen Fahnen wieder in den Herzen vieler Menschen.
Doch was ist Anarchismus überhaupt und worin unterscheidet er sich von allen anderen (europäischen) Theorien und Bewegungen der Gegenwart? Warum lehnen Anarchist*innen Kapitalismus und Staat ab? Und weshalb sind Herrschaft und Hierarchien die grundsätzliche Ursache vieler Probleme unserer Welt? Diese und weitere Fragen sollen im Vortrag beantwortet werden, denn nichts ist unrealistischer, als alles so zu belassen wie es ist, und andere Resultate zu erwarten. In unseren privaten, finanziellen und emotionalen Kämpfen spiegeln sich globale Unruhen und Katastrophen wider. Wir könnten all unsere Zeit darauf verwenden, ein Feuer nach dem anderen zu löschen, aber sie haben alle die selbe Ursache. Stückweise zu reformieren wird nichts in Ordnung bringen: Wir müssen alles, entsprechend einer anderen Logik, überdenken.
Der Vortrag findet am 25.10.2018 um 18.00 Uhr im Raum GB 03/52 an der Ruhr-Uni statt.
Mehr Infos zur schwarzen Ruhr-Uni hier.

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400 bei Antifa Demo in Hamm – Bullen prügeln Nazikundgebungen in Dortmund durch! http://afrheinruhr.blogsport.de/2018/10/14/400-bei-antifa-demo-in-hamm-bullen-pruegeln-nazikundgebungen-in-dortmund-durch/ http://afrheinruhr.blogsport.de/2018/10/14/400-bei-antifa-demo-in-hamm-bullen-pruegeln-nazikundgebungen-in-dortmund-durch/#comments Sun, 14 Oct 2018 21:56:48 +0000 Administrator Aktionen Gruppen AGDo http://afrheinruhr.blogsport.de/2018/10/14/400-bei-antifa-demo-in-hamm-bullen-pruegeln-nazikundgebungen-in-dortmund-durch/

Der 3. Oktober war dieses Jahr ein sehr ereignisreicher Tag. Zur diesjährigen Antifa Demonstration in Hamm unter dem Motto “Von Rechtsruck bis Nazistrukturen – Wie kalt soll es noch werden?” kamen rund 400 Menschen. Wir waren mit einem anarchistischen Block bestehend aus circa 40 Genoss*innen am Start. Ziel war es hier vor allem die neue “Anarchistische Bewegung Hamm” tatkräftig zu unterstützen. Mit dieser gelungenen ersten Zusammenarbeit konnte der Beginn anarchistischer Präsenz in Hamm gut aufgezeigt werden. Die Hammer Nazis waren dieses Jahr vergleichsweise zurückhaltend, so wurde lediglich versucht Fotos/Videos von der Demonstration zu machen und eine kleine Gruppe von 7 Faschisten beobachtete die Demo aus sicherer Entfernung von ihrem sogenannten “Nationalen Zentrum” aus. Mit 400 Menschen war die Demo wirklich top besucht und durch ein breites Spektrum getragen.

Danach ging es dann ab nach Dortmund, wo die Nazis bereits durch den starken Gegenprotest auf dem Nordmarkt weit über eine Stunde Verspätung mit ihrer Kundgebung hatten. Sie hatten wohl damit gerechnet, dass die Gegenproteste schwach ausfallen würden, wenn sie parallel zu der Demonstration in Hamm ihre Kundgebungen abhalten würden. Dies erwies sich als deutlicher Trugschluss. So konnten wir noch rechtzeitig aus Hamm die Reihen gegen die Faschisten verstärkenm als sie grade auf der Abreise zum Sonnenplatz warenm um ihre zweite Kundgebung abzuhalten. Dadurchm dass die Cops uns nicht auf dem Schirm hatten, war es uns möglich, uns frei als organisierte Gruppe zu bewegen, wodurch wir eine Blockade in der Schleswigerstraße errichten konnten. Schließlich wurden die Nazis über die Mallinckrodtstraße zur U-Bahn Station Brunnenstraße geleitet. Auf der Kreuzung vor der U-Bahn Station kam es zu dynamischen Szenen als wir unsere Blockade in der Schleswiger aufgaben, um die Abreise über die Brunnenstraße zu verhindern. Die Cops griffen ohne Vorwarnung im Laufmarsch und unter starkem Schlagstockeinsatz an. Genoss*innen wurden auf die nicht abgesperrte, weiterhin befahrene Kreuzung getrieben, hier bestand in der aufkommenden Panik akute Lebensgefahr. Zum Glück sind bis auf diverse Prellungen und leichte Verletzungen durch Pfefferspray, sowie Schlagstock-Einsatz keine größeren Verletzungen entstanden. Hier hat sich mal wieder gezeigt, dass die Bullen alles dafür tun (müssen), damit Faschisten ihre Versammlungen abhalten können und dass ohne den beherzten Einsatz der Cops diese Kundgebung in der Nordstadt niemals möglich gewesen wäre.

Die Nazis hielten dann noch eine zweite Kundgebung auf dem Sonnenplatz ab, bei der der Gegenprotest ebenfalls nur durch eine Bullenkette an beiden Seiten von den Faschisten getrennt war. Gegen Ende der Kundgebung am Sonnenplatz setzten die Nazis einen Feuerlöscher aus ihrem Lautsprecherwagen ein. 8 Nazis wurden daraufhin in Gewahrsam genommen, wir beteiligen uns an dieser Stelle nicht an den Spekulationen darüber, was konkret vorgefallen ist, da wir das ganze nur aus der Ferne beobachten konnten.


Nazi versucht aus seinem Fenster die Demo abzufilmen.

So nahe und dynamische Kämpfe gegen faschistische Mobilisierungen in Dortmund hat es länger nicht mehr gegeben. Einen Dank an alle, die dabei waren und die ihre körperliche Gesundheit aufs Spiel gesetzt haben, damit die Faschist nicht ungestört ihre Propaganda betreiben können.
Heute haben wir einen klaren Sieg auf der Straße gegen die Faschisten errungen und konnten gleichzeitig in Hamm unsere eigene Perspektive verbreiten.

Für einen sozialrevolutionären Antifaschismus!


Nazis vor dem sog. „Nationalen Zentrum“


Nazis vor dem sog. „Nationalen Zentrum“


Unsere Blockade


Die Gewalt kommt immer von den selben – schwarzer Block mit weißen Helmen!


Auf dem Sonnenplatz

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Bericht einer Anarchistin vom Wochenende im Hambacher Forst http://afrheinruhr.blogsport.de/2018/10/07/bericht-einer-anarchistin-vom-wochenende-im-hambacher-forst/ http://afrheinruhr.blogsport.de/2018/10/07/bericht-einer-anarchistin-vom-wochenende-im-hambacher-forst/#comments Sun, 07 Oct 2018 18:04:04 +0000 Administrator Allgemein Gruppen AGDo http://afrheinruhr.blogsport.de/2018/10/07/bericht-einer-anarchistin-vom-wochenende-im-hambacher-forst/ [Foto: Aktivist_innen im Wald mit zwei Flaggen]

Passend zum Rodungsstopp bei der Hambacher Forst Besetzung veröffentlichen wir nun den ersten Teil eines Berichtes einer unserer Aktiven, welcher zuerst in der aktuellen Gaidao (https://fda-ifa.org/) erschienen ist. Lest mal rein der Bericht gibt einen guten Eindruck aus erster Hand über die Kämpfe die vor Ort stattfinden, auch wenn der Text zeitlich mittlerweile ein bisschen veraltet ist und einige erwähnte Orte in dem Text bereits geräumt sind.

Bericht einer Anarchistin vom Wochenende im Hambacher Forst

Aktivist*innen aus der anarchistischen Gruppe Dortmund (agdo) machten sich zusammen mit Freund*innen der antifaschistischen Tierbefreier*innen auf in den Hambacher Wald.

Tag 1

Nach längerer Zugfahrt und einer etwas abenteuerlichen Taxifahrt vom Bahnhof Buir Richtung Manheim kamen wir Freitagabend im Dunkeln im Hambi-Camp an. Wir sind direkt sehr offen
empfangen worden! Kaum waren wir durch den Hintereingang (den Haupteingang hatten wir nicht gefunden) des Camps auf die Streuobstwiese getreten, sind wir von Menschen angesprochen worden, ob wir gerade ankommen und ob wir Pennplätze brauchen.

Da wir Zelte und alles weitere nötige bei hatten, wurden uns Tipps gegeben wo wir unsere Zelte aufbauen können. Darüber hinaus wurde uns mitgeteilt: „Plenum ist gerade vorbei aber es gibt jetzt warmes Essen. Wenn ihr selber Teller oder sowas mit habt, wäre es cool wenn ihr die mitbringt.

Wir haben gerade Tellermangel!“ – Alles klar, also schnell die Zelte aufgebaut, Brocken reingeschmissen, Teller geschnappt und ab zum Mampf. Auf dem Weg zu Verpflegungszelt sind wir an weiteren Zelten, Wohnwagen und Autos vorbei gelaufen. Am „Stromzelt“, ausgestattet mit Solarzellen, Lagerzelte, Aktionszelte, das Küchenzelt… Ich war ehrlich erstaunt darüber, welch gute Infrastruktur hier auf die Beine gestellt wurde!

Nach dem Essen haben wir uns erstmal orientiert, Kontakt zu anderen Menschen gesucht und sind schließlich im Musikzelt gelandet.

Und nun wird es Emotional:

Die Atmosphäre im Camp, im Musikzelt hat mich absolut überwältigt. Was sicherlich auch an dem gemeinsam gesungenen Mantra lag: „Ich bin ein Kind des Universums, ich bin geboren um frei zu sein, ich bin ein Kind des Universums, ich bin geboren um frei zu sein, ich bin ein Kind des Universums ich bin geboren um frei zu sein, der Kosmos kann mich begrenzen, der Kosmos kann mich befreien.“

Schon am ersten Abend sind mir sehr viele Menschen begegnet die an eine bessere Welt glauben, eine bessere Welt für alle, sich dafür einsetzen damit es allen Wesen dieser Erde besser geht, die versuchen ihre Utopie zu leben, die möglichst ohne Hierarchien leben, denen Kapital nichts bedeutet, für die Äußerlichkeiten völlig nebensächlich sind. Menschen, die es geschafft haben sich ein Stück innerer Freiheit zu bewahren oder sich zurück erobert haben.

An diesem Abend fühlte ich mich eins mit meiner Mitwelt und mir, wie sonst nur selten. Es überkam mich ein Gefühl der Dankbarkeit mit diesen tollen Menschen genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Es roch einfach überall nach gelebter Anarchie…

Und mit diesen Eindrücken und Gefühlen bin ich dann schlafen gegangen, motiviert den nächsten Tag für Aktion zu nutzen!

Tag 2

Ich musste Nachts leider feststellen: Mein Schlafsack ist mir zu dünn, Frostbeulenalarm! Den Gedanken, dass ich offensichtlich ein total verweichlichtes Wohlstandswesen bin schüttelte ich schnell ab um mich auf das Wesentliche konzentrieren zu können. Der erste heiße Kaffe an dem Tag half da etwas, auch um in die Gänge zu kommen. Mit dem Kaffe ging es dann zu Camp-Plenum. Es war ein großes Plenum. In erster Linie ging es um Orgakram rund ums Camp. Während des Plenums wurde mir sehr deutlich, das es in und um den Hambi nicht nur nach gelebter Anarchie riecht sondern tatsächlich gelebt wird! Es gibt keine Chefs, keine Hierarchien. Alle können sich einbringen.

Es gibt niemanden, der dir sagt, was du zu tun oder lassen hast. Die Regeln im Camp werden im Plenum möglichst im Konsens entschieden! Sicherlich würden sich nicht alle Menschen im Camp als Anarchist*innen bezeichnen, was aber auch völlig egal ist. Wichtig ist das WIE miteinander umgegangen wird und dass kein Platz für Diskriminierung egal welcher Art ist!

Nach dem Hauptplenum nahmen wir am Aktionsplenum teil. Hier schlossen wir uns mit anderen Menschen zusammen, um Material und Lebensmittel in den Wald nach Lorien zu bringen.

Lorien ist eine der Baumhaussiedlungen in der Nähe der besetzten Wiese am Hambacher Wald, die noch in Privatbesitz.

Der Besitzer unterstützt die Aktivisti und stellt sich klar gegen RWE. Allerdings droht ihm die Enteignung, mehr dazu ist unter anderem auf hambacherforst.org zu erfahren.

Wir packten Lebensmittel, Planen, Müllsäcke und Kordeln ein. Also einige Dinge die uns im Falle einer Kontrolle abgenommen werden würden. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich mal innerhalb Deutschlands in einer Situation befinde in der es nötig wäre, Müllsäcke zu schmuggeln, diese recht harmlosen Dinge fühlten sich an, als würde ich ein Kilo Koks transportieren… zumindest stellte ich mir das so vor…

In mir regte sich mein Gerechtigkeitsempfinden: Wenn das geltendes Recht ist, wenn Menschen für passiven Widerstand, für das Errichten von Baumhäusern kriminalisiert werden, dafür, sich Freiräume zu schaffen, dafür, sich einem übermächtigen Konzern in den Weg zu stellen, damit dieser nicht noch mehr Schaden anrichten kann als er schon hat, wenn sich dieses Konstrukt Staat gegen Menschen richtet die für unsere Zukunft kämpfen, dann ist es allerhöchste Zeit sich gegen diesen Staat zu stellen, dieses Unrecht nicht zu dulden. Ich spürte sehr heftig meine Abneigung gegenüber Machtverhältnissen, mich widerte das Gewaltmonopol der Polizei einmal mehr sehr präsent an!

Als wir mit unserer temporären Bezugsgruppe das Camp verließen um in den Wald zu kommen, standen wir direkt unter Beobachtung einiger Befehlsempfänger*innen, das berühmte „Katz&Mausspiel“ begann. Noch im Dorf auf dem Weg zum Wald trennten wir uns mit dem Ziel, unsere uniformierten Verfolger abzuhängen. Kurz bevor wir den Wald erreichten, fanden wir wieder zusammen. Also schlugen wir uns gemeinsam durch den Wald. Der nächste kritische Punkt war eine Straße die mitten durch den Wald führt, die hoch frequentiert von Polizei war.

Wir mussten uns mehrfach ins Laub schmeißen um vor vorbeifahrenden Wannen in Deckung zu gehen. Wir bildeten an eine Böschung eine Kette, warteten darauf keine Motorengeräusche zu hören um dann gleichzeitig loszulaufen und die Straße zu überqueren.

Ich war scheißfroh auf der anderen Seite angekommen zu sein ohne entdeckt worden zu sein . Plötzlich wieder mehrere Wannen, wir schmissen uns wieder lang auf den Boden und warteten ab. Die Gefahr der Repression war spürbar und das für verschissene Müllsäcke, zwei Planen und anderes, meiner Meinung nach, harmloses Zeug. Gedanken an meine Tochter kamen mir hoch: Knast wäre sehr kacke, ich will für sie da sein, ich will aber auch für sie, für uns Kämpfen, ich will den Scheiß, der hier läuft, nicht einfach hinnehmen. Und gleichzeitig spürte ich wie sehr mich die Angst vor Repressionen in Schach hält, wie sie mich davon abhält bestimmte Aktionsformen zu wählen. Ich hasse es wenn mir diese Gedanken kommen und ich habe größten Respekt vor dem Mut und der Konsequenz aller Aktivistis die ein deutlich größeres Risiko eingehen als ich!

Diese Gedanken sind nicht sehr hilfreich während mensch irgendwo im Wald im Laub rumliegt, die Angst wird zu übermächtig… ich versuchte, mich wieder zu fokussieren, mich von negativen Gedanken zu befreien. Wir konnten weiter.

Leider mussten wir feststellen, das Polizei nicht nur auf den üblichen Wegen und Knotenpunkten präsent war, sondern auch im Wald.

Dies erschwerte unser Vorankommen massiv. Wir berieten uns und versteckten die beiden Planen, damit sie uns nicht abgenommen werden, später sammelten wir sie wieder ein. Irgendwie schafften wir es ohne Kontrolle, hinter die eigentlichen Kontrollpunkte. Wir liefen weiter Richtung Lorien, unbehelligt an Befehlsempfänger*innen vorbei, immer mit der Gefahr doch noch kontrolliert zu werden. Dann betraten wir Lorien. Hinter den Barrikaden fühlte ich mich etwas sicherer! Die Stimmung vor Ort war positiv und aktiv. Viele Menschen waren mit dem Bau von Barrikaden, Baumhäusern und Unterschlupfmöglichkeiten beschäftigt. Wir wandten uns als erstes an eine Aktivistin die unter dem Baumhaus „Wohnzimmer“ stand und übergaben das Material und die Lebensmittel. Nach einer kurzen Pause und Orientierungsphase machten wir uns an die Arbeit. Barrikadenbau, Teekochen für Menschen die im Baum arbeiteten, Präsenz an der Polizeikette zeigen! Auch in Lorien gibt es keine Chefs, keine Hierarchien, niemand der Arbeit „verteilt“. Es ist nicht ohne weiteres ersichtlich wer schon wie lange vor Ort ist, alle können (fast) alle Arbeiten übernehmen, sofern mensch sich diese Arbeit zutraut.

Es ist also Eigeninitiative gefragt, Kreativität (Teekochen kann im Hambi schon zur Herausforderung werden), Autonomie, selber denken, aber auch Menschen, die sich damit schwer tun, werden mit einbezogen. Diese können Menschen finden, die sie beim Einstieg in diese Art der Organisierung unterstützen, das Baumhausdorf lebt unter anderem von seiner starken Bereitschaft zur Solidarität!

Ich möchte noch einen Menschen zitieren, mit dem ich ein etwas längeres Gespräch geführt habe: „Ich bin total begeistert von den Menschen hier, es zählt nicht, wo man her kommt, ob Frau oder Mann, wie alt man ist!

Ihr seid soviel weiter und moderner als wir in Österreich. Man merkt es daran wie ihr sprecht. Ihr sprecht immer von Menschen oder Lebewesen. Das ist total ungewohnt aber total toll! Aber eins ist sehr auffällig, ihr seid offen, freundlich, aber extrem misstrauisch!“

Ja, das sind wir wahrscheinlich und das nicht ohne Grund, faszinierend fand ich es von einem eher außenstehenden Menschen zu hören, dass beides geht: Offen und freundlich sein und trotzdem misstrauisch. Er fand meine Vermummung etwas befremdlich, hatte aber Verständnis für derartige Vorsichtsmaßnahmen. Ich hingegen fand seine Perspektive sehr interessant, die Perspektive eines eher Außenstehenden. Was zu spüren war: Seine Begeisterung für diese Lebensform!

Wir bedauerten es etwas, unsere Zelte und Schlafsäcke im Camp gelassen zu haben, da wir gerne die Nacht in Lorien verbracht hätten, wir stellten schon Überlegungen an wann wir das nächste Mal in den Hambi reisen können und uns dreien war klar, wir werden definitiv wiederkommen und alles uns mögliche tun um die Bewegung zu unterstützen. Bevor es dunkel wurde machten wir uns über die Wiesenbesetzung und die Mahnwache auf den Rückweg, diesmal an der Straße lang. Zu Fuß ging es, ziemlich K.O. vom Tag (ich habe in meinem Leben noch nie soviel Holz geschleppt), Richtung Manheim.

Auf ca. halber Strecke zurück zum Camp, mittlerweile war es dunkel geworden, schloss sich uns noch ein Mensch an und dann hielt noch ein Mensch mit Auto um uns mit zu nehmen. Innerlich feierte ich die gegenseitige Bereitschaft zur Unterstützung innerhalb der Bewegung! Wir quetschten uns also zusammen ins Auto, was etwas von „Sardine in Dose“ hatte. – Wir waren extrem dankbar – Gerade als wir losfahren wollten hielt eine Wanne, zwei Befehlsempfänger stiegen aus um uns an der Weiterfahrt zu hindern.

„Scheiße, doch noch ne Kontrolle!“ dachte ich. Wir standen im Dunkeln, auf einer Landstraße, das Auto auf der linken Fahrbahnseite, noch halb auf der Straße, in verkehrter Fahrtrichtung… Ja, ich muss zugeben, das wirkt auf Befehlsempfänger wahrscheinlich hochgradig verdächtig. Es könnte ja die Möglichkeit bestehen, ne Autobarrikade zu „bauen“ oder vielleicht sprengen wir gleich das ganze Auto in die Luft. Ich bitte um Verzeihung, ich werde zynisch!

Was wahrscheinlich meine Art ist, damit umzugehen, den kompletten Tag das Gewaltmonopol unseres Staates präsentiert bekommen zu haben. Jedenfalls fanden sie unsere Antwort, auf die Frage, was wir den hier tun: „Wir würden uns nur aufwärmen“ nicht ganz so witzig. Darauf ruderten wir etwas zurück und gaben brav Auskunft, dass wir zurück ins Camp nach Manheim wollten. Damit gaben die Wesen in Uniform sich zufrieden und ließen uns ziehen!

„Puh, Glück gehabt!“ Ohne weiteren Zwischenfall erreichten wir das Camp, wieder pünktlich zum Essen. Also Essen, am Feuer chillen, das Konzert von „Roim & Stroifahrzeuge“ aus Berlin wirken lassen und, während die Stimme der Sängerin „Von der Platte für den Hambi, Oi, Oi, Oi“ grölt, die Atmosphäre genießen, mit dem Tag zufrieden sein und noch ein paar Pläne für den nächsten Tag schmieden. Wir verabredeten uns für den nächsten Tag mit zwei Menschen mit Auto um wieder Material nach Lorien zu bringen. Völlig platt und zufrieden ging es danach ins Bett…

Während ich diese Zeilen schreibe, wird Lorien geräumt, mich erreichen Bilder aus dem Wald die mich schmerzen. Polizei geht brutal gegen friedliche Aktivisti vor, zerstört den Wald, fällt massenhaft Bäume, planiert eine Straße, verwüstet die Baumhaussiedlung, räumt und verwüstet die anderen noch bestehenden Baumhaussiedlungen, hinterlässt ein absolutes Chaos, gefährdet die Leben von menschlichen und nichtmenschlichen Tieren.

Ich bin fassungslos. Diese Zerstörungswut macht mich fast sprachlos, ich muss innehalten, bin in Gedanken bei den Aktivistis im Hambi, ich spüre eine Verbindung zu diesem großartigen Ort, diesen großartigen Menschen. Es schmerzt mich, die Geschehnisse nur von der Ferne aus verfolgen zu können. Aussagen von Politiker*innen machen mich wütend, Aussagen die schlicht falsch sind, die die Polizeigewalt verharmlosen, die Menschen, die zivilen Ungehorsam ausüben, kriminalisieren.

Ihr könnt nicht gewinnen, ihr habt schon verloren und in ein paar Jahrzehnten werden wir alle dafür die Quittung erhalten! Ich kann meiner Tochter dann wenigstens sagen, das ich mich für die Zukunft dieses Planeten eingesetzt habe, versucht habe mit ganz vielen anderen tollen Menschen dem Treiben eines übermächtigen Konzerns ein Ende zu setzen, dass wir uns profitgeilen Politiker*innen in den Weg gestellt haben.

Was erzählt ihr euren Kindern?

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Bochum: 18.10.2018 – Alternativer Uni-Rundgang http://afrheinruhr.blogsport.de/2018/10/06/bochum-18-10-2018-alternativer-uni-rundgang/ http://afrheinruhr.blogsport.de/2018/10/06/bochum-18-10-2018-alternativer-uni-rundgang/#comments Sat, 06 Oct 2018 18:44:30 +0000 Administrator Ankündigungen Gruppen SRUB http://afrheinruhr.blogsport.de/2018/10/06/bochum-18-10-2018-alternativer-uni-rundgang/

Welches Spiel, das es auch an der Ruhr-Uni gibt, wurde von einem Anarchisten miterfunden? Warum gab es einmal eine Schießerei auf dem Campus? Weshalb ist das Q-West das Ergebnis einer großen Lüge der Uni-Geschichte? Und ist es manchmal sinnvoller seinen*ihren Müll in die Univerwaltung zu schmeißen als in einen Abfalleimer?
Beim alternativen Uni-Rundgang zeigen wir euch spannende Ecken des Campus und erzählen ältere und neuere Anekdoten aus der Geschichte antiautoritärer Bewegungen an der Uni. Außerdem verbinden wir die Geschichte der Uni mit der Geschichte der restlichen Welt, denn die Uni befindet sich nicht in einem Vakuum und auch dort spiegeln sich globale Unruhen und Katastrophen wider. Stationen sind coole Orte wie das politische Archiv oder der Frauen*raum, aber auch Einrichtungen, die viele Menschen eher unterdrücken als ihren Bedürfnissen zu dienen. Schlussendlich wird die Frage beantwortet: Kommt mensch nach 21.00 Uhr eigentlich irgendwie in die Unigebäude rein? Los geht’s am 18.10.2018 um 18.00 Uhr vor der Uni-Verwaltung. Nach dem Rundgang wollen wir den Abend noch gemeinsam in der Stadt ausklingen lassen.

Mehr Infos zur schwarzen Ruhr-Uni auf:
schwarzerub.blogsport.de

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Dortmund: Im Kampf gegen die Tyrannei: Gewaltfrei-revolutionäre Massenbewegungen in Syrien 2011–2013 und im Sudan 1983–1985 http://afrheinruhr.blogsport.de/2018/10/01/dortmund-im-kampf-gegen-die-tyrannei-gewaltfrei-revolutionaere-massenbewegungen-in-syrien-20112013-und-im-sudan-19831985/ http://afrheinruhr.blogsport.de/2018/10/01/dortmund-im-kampf-gegen-die-tyrannei-gewaltfrei-revolutionaere-massenbewegungen-in-syrien-20112013-und-im-sudan-19831985/#comments Mon, 01 Oct 2018 21:06:11 +0000 Administrator Ankündigungen Gruppen AGDo http://afrheinruhr.blogsport.de/2018/10/01/dortmund-im-kampf-gegen-die-tyrannei-gewaltfrei-revolutionaere-massenbewegungen-in-syrien-20112013-und-im-sudan-19831985/ 27. Oktober 2018 15:00

[Plakat: Im Kampf gegen die Tyrannei: Gewaltfrei-revolutionäre Massenbewegungen in Syrien 2011–2013 und im Sudan 1983–1985]

Buchvorstellung und Diskussion mit Lou Marin (Marseille) – Am 27. 10. ab 15 Uhr im anarchistischen Buch- und Kulturzentrum Black Pigeon

Die Kriege im Mittleren Osten und in der afrikanischen Sahelzone treffen vor allem ZivilistInnen und zwingen Millionen zur Flucht. Viele Medien stellen als Handelnde nur die bewaffneten Militärs und Milizen dar, denen eine angeblich passive, ihnen ausgelieferte Bevölkerung gegenübersteht. Dieses Bild lässt zunehmend in Vergessenheit geraten, dass in den arabischen Aufständen 2011 Militärdiktaturen auf gewaltfreie Weise gestürzt oder ins Wanken gebracht worden sind.

Der erste Teil des Buches dokumentiert die syrische gewaltfreie Massenbewegung während der Jahre 2011 bis 2013. Die Texte der syrischen gewaltfreien RevolutionärInnen und Graswurzel-JournalistInnen schildern u. a. die Aktionen von Frauen, die zu Beginn der Massenproteste eine besondere Rolle gespielt haben. Beschrieben werden die Freien Frauen Darayyas, das Mazaya-Frauenzentrum oder die in der arabischen Welt bekannte Schauspielerin Fadwa Suleiman, die mit den Mitteln der Kunst gegen die Tyrannei des al-Assad-Regimes kämpfte. Erinnert wird außerdem an den Einfluss des Anarchisten Omar Aziz auf die entstehende Rätebewegung in Stadtteilen und Regionen Syriens sowie an Jawdat Said, den wichtigsten Theoretiker der Syrischen Bewegung für Gewaltfreiheit. Die Gründung der Freien Syrischen Armee (FSA), neue islamistische Tyranneien sowie Interventionskriege machten aus dem Traum der sozialen Revolution jedoch einen Albtraum.

Der zweite Teil des Buches informiert über die gewaltfreie Massenbewegung im Sudan von 1983 bis 1985. Sie wurde wesentlich durch den Sufi, Antikolonialisten und libertären Interpreten des Koran, Mahmud Taha, und seine Organisation Republikanische Brüder geprägt. Ihr gelang es, die Militärdiktatur an-Numairis, der seine Tyrannei als säkular-„sozialistischer“ Putschist in der Tradition der jungen Offiziere von Nasser bis Gaddafi begründete, aber später als Verbündeter der Muslimbrüder die Scharia einführte, entscheidend zu schwächen. Taha wurde als „Ketzer“ verurteilt und 1985 hingerichtet. Er hatte ein Konzept für ein föderalistisches System entwickelt, das den Krieg zwischen Nord- und Südsudan entschärft und den späteren Massenmord in Darfur möglicherweise verhindert hätte.

Literatur: Guillaume Gamblin, Pierre Sommermeyer, Lou Marin (Hg.)
Gewaltfrei-revolutionäre Massenbewegungen in arabischen und islamischen Gesellschaften:
der zivile Widerstand in Syrien 2011–2013 und die „Republikanischen Brüder“ im Sudan 1983–1985
Verlag Graswurzelrevolution, Heidelberg 2018, 144 S., 13,90 Euro, ISBN: 978-3-939045-34-2

Lou Marin, geboren 1961, lebt als Journalist, Buchautor und Übersetzer seit 2001 in Marseille. Seit Ende der Siebzigerjahre ist er in gewaltfreien Aktionsgruppen im Rahmen der Anti-Atom-Bewegung aktiv. Er engagierte sich in der Friedensbewegung der Achtzigerjahre sowie in antimilitaristischen, antisexistischen und antirassistischen Initiativen der Neunzigerjahre. Seit 1980 ist Lou Marin Autor, Redaktionsmitglied (1984 bis 2001) und bis heute Mitherausgeber der gewaltfrei-anarchistischen Monatszeitung Graswurzelrevolution.

Eine Veranstaltung der Anarchistischen Gruppe Dortmund – agdo.blogsport.eu/p>

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Hinein in den anarchistischen Block auf der Antifa Demo in Hamm an diesem Mittwoch! http://afrheinruhr.blogsport.de/2018/10/01/hinein-in-den-anarchistischen-block-auf-der-antifa-demo-in-hamm-an-diesem-mittwoch/ http://afrheinruhr.blogsport.de/2018/10/01/hinein-in-den-anarchistischen-block-auf-der-antifa-demo-in-hamm-an-diesem-mittwoch/#comments Mon, 01 Oct 2018 08:29:50 +0000 Administrator Aktionen Ankündigungen http://afrheinruhr.blogsport.de/2018/10/01/hinein-in-den-anarchistischen-block-auf-der-antifa-demo-in-hamm-an-diesem-mittwoch/

Fahrt mit uns diesen Mittwoch am 3. Oktober nach Hamm, dort wird es einen anarchistischen Block auf der Antifa Demonstration „Von Rechtsruck bis Nazistrukturen –Wie kalt soll es noch werden?„ geben. Gemeinsam mit unseren Genoss*innen der Anarchistischen Bewegung Hamm werden aus unterschiedlichen Städten anarchistische Gruppe zur Demonstration fahren um diese zu unterstützen.

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Zweite Anarchistische Wanderung in Menden (Sauerland) http://afrheinruhr.blogsport.de/2018/09/18/zweite-anarchistische-wanderung-in-menden-sauerland/ http://afrheinruhr.blogsport.de/2018/09/18/zweite-anarchistische-wanderung-in-menden-sauerland/#comments Tue, 18 Sep 2018 12:51:20 +0000 Administrator Gruppen AGDo http://afrheinruhr.blogsport.de/2018/09/18/zweite-anarchistische-wanderung-in-menden-sauerland/

An einem herrlichen Spätsommer Sonntag machten wir uns auf nach Menden, um anlässlich unserer 2ten anarchistischen Wanderung die Natur der Hönnestadt zu erkunden. Nachdem sich alle wanderfreudigen Menschen am Bahnhof Menden getroffen hatten, zogen wir zu neunt los in Richtung Innenstadt. Hier trafen wir auf das “Event” Menden a la Carte und durften kurz den Klängen des Shanty-Chores lauschen. Noch viel später im Wald sollten uns immer wieder Fetzen dieser Musik beglücken. Als nächstes schauten wir uns die Dorte-Hilleke Bücherei an. Das ehemalige Rathaus ist nach einer Frau benannt, die im Jahr 1631 in einem Hexenprozess der Folter trotzte. Später sollten wir am Hexenteich auf weitere Spuren der Hexenprozesse treffen. Neben der Bücherei befindet sich eine Skulptur, die Auszüge aus der Stadtgeschichte darstellt. Nun verließen wir die Innenstadt und stiegen bergan in Richtung Hexenteich. Hier stießen wir auf einer Art Pilgerweg auf einige religiöse Symboliken, die zu unserer Freude auf ein Mal schwarze Fahnen trugen. Weiter ging es den Berg hinauf und durch den Wald. Unterwegs ließen wir uns viel Zeit die Natur zu erkunden und hatten auch diesmal wieder eine erfahrene Begleitung, die uns Fauna und Flora erklären konnte. Nach einigen Stunden wandern erreichten wir am Nachmittag den Hexenteich. An diesem Ort wurde im 16. und 17. Jahrhundert angeblichen Hexen der Prozess gemacht und die Menschen wurden hier dann auch gleich ertränkt. Leider fehlt am Teich jeglicher Hinweis auf die dunkle Geschichte des Ortes. Zu unserem bedauern konnten wir auch die Schildkröten Population, die hier leben soll nicht sichten. Unsere Wanderung neigte sich nun dem Ende zu und wir stiegen den Berg hinab, zurück in Richtung Bahnhof. Es war erneut ein sehr schöner Ausflug und wir freuen uns schon auf viele weitere. Die nächste Wanderung ist für den 7.10. vermutlich nach Haltern am See geplant.

Alle Bilder leider nur bei Facebook..

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Dortmund: Veranstaltung: Kritischer Journalismus in Erdogans Türkei? http://afrheinruhr.blogsport.de/2018/09/17/dortmund-veranstaltung-kritischer-journalismus-in-erdogans-tuerkei/ http://afrheinruhr.blogsport.de/2018/09/17/dortmund-veranstaltung-kritischer-journalismus-in-erdogans-tuerkei/#comments Mon, 17 Sep 2018 15:00:13 +0000 Administrator Ankündigungen Gruppen AGDo http://afrheinruhr.blogsport.de/2018/09/17/dortmund-veranstaltung-kritischer-journalismus-in-erdogans-tuerkei/ 30. September 2018 18:00

Sonntag, 30.09.2018, 18 Uhr


Taranta Babu, Wilhelmstr. 44, 44137 Dortmund

In der Türkei sitzen aktuell 160 Journalist*innen im Gefängnis – mehr als in jedem anderen Land. Dutzende stehen noch in Massenprozessen vor Gericht und müssen sich als vermeintliche Mittäter*innen des Putschversuchs von 2016 oder wegen Terrorvorwürfen verantworten. In der Rangliste der Pressefreiheit 2018 steht die Türkei auf dem Platz 157 unter den 180 Ländern auf der Welt.

Wie gehen kritische Journalist*innen konkret mit der staatlichen Repression um? Wie versuchen sie, unter erschwerten Bedingungen weiter zu arbeiten? Wie reagieren türkische Mediennutzer*innen auf die zunehmende Gleichschaltung der medialen Öffentlichkeit? Welche Erfahrungen machen aus der Türkei geflüchtete Journalist*innen beim Versuch, in Deutschland persönlich und beruflich Fuß zu fassen? Was können an kritischer Informationsvermittlung Interessierte hierzulande aus den Erfahrungen türkischer Journalist*innen lernen?

Über diese und weitere Fragen möchten wir mit dem Journalisten und Schriftsteller Mehmet Lütfü Özdemir sprechen. Özdemir hat aufgrund der politischen Situation vor zwei Jahren die Türkei verlassen. Vorher arbeitete er unter anderem für die Internetplattform Demokrat Haber und die Tageszeitung Karsi Gazete. Zuletzt recherchierte er über mögliche Verbindungen zwischen dem Islamischen Staat und der türkischen Regierung im Zusammenhang mit Selbstmordattentaten in der Türkei.

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Krefeld: Vortrag: Autoritarismus http://afrheinruhr.blogsport.de/2018/09/16/krefeld-vortrag-autoritarismus/ http://afrheinruhr.blogsport.de/2018/09/16/krefeld-vortrag-autoritarismus/#comments Sun, 16 Sep 2018 12:55:28 +0000 Administrator Ankündigungen Gruppen AGKr http://afrheinruhr.blogsport.de/2018/09/16/krefeld-vortrag-autoritarismus/ Der Große Vorsitzende

Autoritarismus: Erklärungsansätze und Ursachen eines politischen Phänomens

Samstag 22. September 2018
Ab 16:00

im H5

Wer autoritäre Regime für ein Übel aus finsterer Vergangenheit gehalten hat, muss mittlerweile feststellen: von der globalen Peripherie kommt der Autoritarismus in die reichen Zentrumsstaaten zurück.
Autoritarismus als Herrschaftsform ist dabei mehr als das bloße Vorhandensein von Autorität. Ein libertärer, anti-autoritaristischer Gegenentwurf braucht zunächst die Bestimmung, was Autoritarismus genau ausmacht, was ihn gefährlich aber auch attraktiv macht. Dazu werden sowohl vergangene als auch aktuelle autoritaristisch regierte Staaten betrachtet – aber auch die Verfasstheit des „autoritären Charakters“. Man mag mit der unangenehmen Erkenntnis konfrontiert sein: der Autoritarismus ist uns näher, als wir denken.

Eintritt frei!

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Das Hamburger Gitter: der G20-Gipfel als Schaufenster moderner Polizeiarbeit + Regisseurgespräch zur 17h-Vorstellung http://afrheinruhr.blogsport.de/2018/09/08/681/ http://afrheinruhr.blogsport.de/2018/09/08/681/#comments Sat, 08 Sep 2018 21:45:33 +0000 Administrator Ankündigungen Gruppen AGDo http://afrheinruhr.blogsport.de/2018/09/08/681/ 10. September 2018 17:00 bis 11. September 2018 21:00


Im Sweetsixteen, Immermannstr. 29, 44147 Dortmund

Vorführungen:
Mo, 10. September 2018 um 17:00 Uhr
Mo, 10. September 2018 um 19:00 Uhr
Hinweis: dieser Programmpunkt ist neu und hat es leider darum nicht mehr in unser gedrucktes Programmheft geschafft.

Doku um 17h in Anwesenheit der Regisseure und mit Filmgespräch im Anschluss. Um 19h nur der Film, ohne Regisseure.
Und auch die anarchistische Gruppe Dortmund ist zum Film mit einem Info- und Büchertisch anwesend.

Regulärer Eintritt.

170 Ermittler arbeiten an hunderten Verfahren gegen militante Demonstranten und Menschen, die sich an Ausschreitungen und Plünderungen beteiligten. Harte Strafen wurden gefordert und in bisher über 40 Fällen auch verhängt. Der Staat verlor im Sommer 2017 die Kontrolle in Hamburg und versucht sie nun zurück zu gewinnen.

Die Dokumentation konzentriert sich auf den Umgang mit den Protesten und die staatliche Sicherheitspolitik. Versammlungsfreiheit, Bewegungsfreiheit und Pressefreiheit spielen in den Betrachtungen eine ebenso große Rolle wie die Veränderung der polizeilichen Strategien. Konnten während der Proteste Grundrechte außer Kraft gesetzt werden? Gibt es in der Judikative und Legislative Akteure und Überzeugungen, welche auf gewaltsame Proteste anders reagieren als in der Vergangenheit? Welche Methoden der „Ausnahmesituation G20″ in Hamburg könnten zur Normalität werden?

Dem sind wir nachgegangen, indem wir die relevanten Geschehnisse nachzeichneten, mit Betroffenen auf beiden Seiten sprachen und Experten zu Protestgeschichte, Grundrechten, Sicherheitspolitik und der politischen Gesamtsituation befragten.

»Seine bloße Existenz ist trotz allem Grund zur Hoffnung« Süddeutsche Zeitung.

»Der Film demaskiert einen Staat, der mit allen Mitteln die Kontrolle behalten wollte und sie doch – oder gerade deswegen – verlor.« mdr

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