Vortrag \"Future is still unwritten\" Mülheim 03/14

Hier findet ihr eine Übersicht über Vorträge die die Anarchistische Föderation Rhein/Ruhr und ihre Gruppen halten können. Wenn ihr Interesse daran habt eine Veranstaltung mit uns zu machen schreibt uns an: afrr(at)riseup.net

  • „Die gefährlichste Frau Amerikas“: Emma Goldman
  • Vor 75 Jahren, am 14. Mai 1940, starb Emma Goldman und hinterließ ihren einmaligen Reichtum an gelebter Erfahrung und Theorie. Nicht bloß als Zuschauerin, sondern als scharfe Beobachterin und kämpferische Anarchistin bewegte Goldman sich in einer Zeit, als Europa, Asien und Amerika von Wellen der Revolution und Reaktion erschüttert wurden. Ihr Leben zwischen diesen Zentren war immer wieder eines auf der Flucht: vor antisemitischen Pogromen, vor politischer Verfolgung und staatlichem Terror. Die Erfahrungen in den Kämpfen der US-Amerikanischen TextilarbeiterInnen brachten Goldman zu ihren Vorstellungen vom freiheitlichen Sozialismus, und entsprechend wurde sie zur bekannten Aktivistin und Agitatorin der ArbeiterInnenbewegung. Dies brachte ihr sowohl eine große Anhängerschaft als auch Repression ein, was zu mehreren Gefängnisaufenthalten führte. Später verlagerte Goldman ihren Schwerpunkt auf andere Kampffelder. Ihre Positionen zu Militarismus, Nationalismus, Religion, Feminismus und Familie sind bis heute herausfordernd und eigenständig. Befreiende Momente suchte sie nicht in Parteien und auch nicht in der Masse, sondern im kreativen Potential, das erst noch von den gemeinschaftlich handelnden Individuen zu erschaffen ist.

    Ihre provozierenden Thesen werden vorgestellt, im Zusammenhang mit Goldmans Biographie. Denn ihr Leben folgte dem von ihr selbst formulierten Grundsatz, „dass die Wahrheit, wenn sie einmal erkannt wurde, auch gelebt werden muss und ihr Wesen nicht nur theoretisiert werden darf“.

  • Heute wie vor 100 Jahren – Krieg dem Krieg – für die soziale Revolution!
  • Ein Vortrag der im Rahmen unserer Anarchistischen Antimilitarismus Kampagne anlässlich des 100 Jahrestages des 1. Weltkriegs entstanden ist. Inhaltlich bewegt sich der Vortrag stark an der Broschüre die wir zum Thema veröffentlichten: Die Broschüre findet ihr hier.

  • Bildung von unten – Kritik an Schule und Erziehung
  • Immer wenn die neuste PISA-Studie veröffentlicht wird, beginnen wieder die Diskussionen in den öffentlichen Medien, wie schlecht es um die deutsche Bildung bestellt sei und wie man diese verbessern könnte. Dabei drehen sich die Diskussionen doch meist um Einzelfragen, die an dem System der Schule und Erziehung nichts wesentliches ändern. Ob das Abitur in 12 oder 13 Jahre erworben werden soll oder ob die einzelnen Schulklassen kleiner sein müssten. Manche fordern Ganztagsschulen, die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems oder mehr Lehrer um dem Unterrichtsausfall vorzubeugen. Und einige bemängeln nur, dass die Schulpolitik nicht bundesweit einheitlich geregelt ist. Diese Maßnahmen sollen darauf abzielen, Schüler_Innen die beste Bildung zu ermöglichen. Das heißt bestmöglich auf Universität und Beruf vorzubereiten. Und natürlich auch ein besseres PISA-Ergebnis zu erzielen. In der Praxis bedeuten manche dieser Maßnahmen vielleicht eine Verbesserung der Schulsituation, jedoch werden die grundlegenden Strukturen der Schule beibehalten. Zwang, Konkurrenz und Verwertung bestimmen weiterhin das Schulleben. Eine grundlegende Kritik an Schule und Erziehung fehlt!

    Wie könnte eine Alternative zum heutigen Schulsystem aussehen? Im Zuge des Vortrag werden verschiedene Ideen und Alternativen vorgestellt.

  • Vortrag zum Anarchokommunismus
  • Das 21. Jahrhundert veranschaulicht deutlich, dass der Kapitalismus und seine bedingungslose Unterwerfung aller Lebensbereiche nicht durch Reformen zähmbar ist. Selbst in Zeiten großer Krisen, in denen sich viele Ansätze Linker Gruppen und Bewegungen keineswegs nach einer Überwindung des Kapitalismus anhören, scheint eine grundlegende Veränderung unserer Gesellschaftssysteme in weiter Ferne zu liegen. Es ist also Zeit unseren Blick für DenkerInnen, Ideen und Alternativen zu schärfen, die sich nicht im Kontext der bestehenden Verhältnisse bewegen. Es ist Zeit für Plan A. Im Rahmen der Kampagne Zeit für Plan A werden ReferentInnen der Anarchistischen Föderation RheinRuhr einen Einblick in den kommunistischen Anarchismus geben. Am Beispiel des russischen Anarchisten Peter Kropotkin, der als Begründer des Anarchokommunismus gilt wird die Idee des anarchistischen Kommunismus erläutert und seine Aktualität zu unserer Zeit herausgearbeitet. Jenseits jeder Staatsideologie und Parteigefolgschaft, jenseits jeglicher Herrschaft von Menschen über Menschen fordern AnarchokommunistInnen den Wohlstand für alle.

  • Lesung: Johann Mosts „Die Gottespest“
  • “Je mehr der Mensch an Religion hängt, desto mehr glaubt er. Je mehr er glaubt, desto weniger weiß er.
    Je weniger er weiß, desto dümmer ist er. Je dümmer er ist, desto leichter kann er regiert werden!”

    Dem Anarchisten Johann Most fiel es noch nie schwer deutliche Worte zu finden. Sein 1887 erschienenes Werk “Die Gottespest” strotzt nur so vor witzigen Gotteslästerungen und direkten Angriffen gegen den religiösen Glauben, seine kirchlichen Missionare und folgsamen Schafe. Umso erstaunlicher ist die Präzision und Scharfsinnigkeit mit der Most die Idee eines allmächtigen Gottes auseinander nimmt. Gekonnt zeigt er auf warum der Glaube seit jeher nichts anderes ist als ein Mittel zur Verdummung der Menschheit und damit zur Erhaltung der Macht, um dann im sozialrevolutionären Sinne den Herrschenden den Krieg zu erklären.

    „Die Gottespest“ als Broschüre im PDF-Format gibt es auf antitheismus.noblogs.org

  • Zeit für Plan A! Was ist eigentlich Anarchismus?
  • Insbesondere von den Herrschenden, den Medien, aber auch von den meisten Menschen um uns herum wird Anarchismus mit Regellosigkeit, Chaos, Gewalt oder im besten Falle noch mit Träumerei gleichgesetzt. Warum geben sich die Herrschenden so viel Mühe den Begriff Anarchismus negativ zu besetzen und die Idee des Anarchismus zu verunglimpfen? Warum haben sie Angst vor der Idee des Anarchismus? Mit diesen Fragen und den gängigen Vorurteilen wird sich der Vortrag beschäftigen und leicht verständlich die Idee des Anarchismus erklären. Vorkenntnisse über die Philosophie des Anarchismus oder anarchistische Literatur sind nicht notwendig. Der Vortrag wurde aus Sicht von Anarchist*Innen erarbeitet und soll sehr persönlich und praxisnah aufzeigen warum wir AnarchistInnen sind und was wir wollen. Darüber hinaus werden die unterschiedlichen Strömungen des Anarchismus erläutert.

  • Jen­seits von Staat und Ka­pi­tal-​ An­ar­chis­mus eine Ein­füh­rung
  • Wenn du etwas Beliebiges verändern könntest, was wäre es? Würdest du für den Rest deines Lebens Urlaub machen? Dafür sorgen, dass fossile Brennstoffe aufhören Klimawandel zu verursachen? Dir ethisch vertretbare Banken und Politiker_innen wünschen? Jedenfalls wäre sicherlich nichts unrealistischer, als alles so zu belassen wie es ist, und andere Resultate zu erwarten.

    In unseren privaten finanziellen und emotionalen Kämpfen spiegeln sich globale Unruhen und Katastrophen wider. Wir könnten all unsere Zeit darauf verwenden, ein Feuer nach dem anderen zu löschen, aber sie haben alle die selbe Ursache. Stückweise zu reformieren wird nichts in Ordnung bringen: Wir müssen alles, entsprechend einer anderen Logik, überdenken.

  • Was ist die Anarchistische Föderation Rhein/Ruhr?
  • Die An­ar­chis­ti­sche Fö­de­ra­ti­on Rhein­Ruhr stellt sich und ihre Ar­beit vor und gibt ak­tu­el­le Infos zum Stand der An­ar­chis­ti­schen Or­ga­ni­sie­rung im Rhein­Ruhr­ge­biet.

  • Religionskritik aus Anarchistischer Perspektive
  • Religion ist in unserer ach so säkularisierten Gesellschaft allgegenwärtig! Am Beispiel des allgemeinen Erziehungsalltags in konfessionellen Kindergärten und Schulen und selbst in staatlichen Einrichtungen werden wir von religiösen Vorstellungen geprägt. Selbst bei der Berufswahl, z. B. im sozialen Bereich, ist die religiöse Zugehörigkeit beziehungsweise Konfession oft ausschlaggebend, um überhaupt eine Arbeitsstelle zu bekommen. Obwohl diese konfessionellen Einrichtungen zum Großteil von Steuergeldern finanziert werden, nehmen sich die kirchlichen Träger das Recht heraus, ihre moralische Autorität derartig auszuspielen, dass sie bis in die Privatsphäre des/der Einzelnen hinein reicht. (Aktuelles Beispiel: Abtreibungsaffäre im Katholischen Krankenhaus in Köln)

    Diese, so wie viele weitere Bereiche, z. B. psychische Beratung und Therapie, wohltätige Einrichtungen, sind fest in religiöser Hand. Religiöse Funktionäre versuchen so ihre Moralherrschaft zu festigen und allen Menschen auf zu oktroyieren. Warum ist Religion in einer aufgeklärten Gesellschaft nach wie vor tiefgreifend in unserem Gedankengut verwurzelt und führt selbst in libertären Zusammenhängen immer wieder zu kontroversen Diskussionen? Der Vortrag soll den Versuch einer religionskritischen Analyse aus libertärer Sicht beleuchten.

  • Sozialökologie und libertärer Kommunalismus
  • Was hat eine auf Herrschaft und Ausbeutung gegründete Gesellschaft mit ökologischen Krisen zu tun, und wie kann sie auf diese reagieren? Wenn Klimawandel, Verschmutzung und Umweltzerstörung nicht mehr zu ignorieren sind, bekommt mensch immer wieder die gleichen Formeln zu hören.
    Entweder sollen die Geschäfte weiterlaufen wie bisher, mit umweltverträglicher Ausrichtung. Oder die Menschheit selber und ihre Zivilisation werden als das Übel ausgemacht, das es zu bekämpfen gilt.
    Anarchistische Sozialökologie hingegen will weder an die Alternativlosigkeit der bestehenden sozialen noch der ökologischen Verhältnisse glauben. Wie aber sieht das Verhältnis zwischen menschlicher und nichtmenschlicher Umwelt aus? Und vor allem: wie kann es herrschaftsfrei neu gestaltet werden, um ein glückliches Leben zu ermöglichen?
    Mit der Erkenntnis im Hintergrund, dass ökologische Probleme in Kern soziale sind, vertraten Murray Bookchin und Janet Biehl das Konzept des libertären Kommunalismus als Gegenentwurf zur herrschenden Gesellschaft. Wie soll das funktionieren? Wofür können wir dieses Konzept heute benutzen?
    Mitschnitt von 2013 auf archive.org.

  • Sozialer Ökofeminismus ohne Spiritualismus
  • Wer sich umfassende Befreiung zum Ziel gesetzt hat, wird feststellen, dass verschiedene Herrschaftsformen zusammen bestehen. Theorie muss dann leisten, den Zusammenhang zwischen ihnen zu begreifen. Genau dies versuchen die Ansätze des Ökofeminismus. Sie machten zwei grundlegende Herrschaftsformen aus: die Herrschaft von Männern über Frauen und über die Natur. Männliche Dominanz und Technikbegeisterung haben Leerstellen in der herrschaftskritischen Linken gelassen. So muss Feminismus in der Linken bis heute gegen einen männlichen Mainstream durchgesetzt werden, welcher den Antifeminismus einer Gesellschaft, die zu überwinden er sich zum Ziel gesetzt hat, weiter in sich trägt. Die Integration von Ökologie und Feminismus war nötig, um die Leerstellen zu schliessen. Aber relevante Teile des Ökofeminismus haben den linken Rahmen verlassen und sind unter Bezugnahme auf vormoderne und esoterische Konzepte ins Reaktionäre gekippt. Vom Standpunkt des sozialen Ökofeminismus Janet Biehls aus soll die Frage gestellt werden, wie dieser Bruch mit der Linken geschehen konnte.
    Mitschnitt von 2013: auf archive.org

  • Der G7-Gipfel und die Proteste
  • Die „Gruppe der Sieben“ setzt sich aus den industriestärksten Nationen der Erde zusammen, in denen 68 der 100 größten Konzerne ihren Sitz haben.
    Alle Entscheidungen und Abmachungen die in diesem Rahmen getroffen werden dienen der Festigung und Absicherung der gegenwärtigen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung und letztlich auch dem politischen System. In der Konsequenz fördert dies ein ausbeuterisches, konkurrierendes und repressives Gegeneinander der Menschen, auch gegen die Natur, in und außerhalb der G7-Staaten.

    In den letzten Jahren und Jahrzehnten kam es zu heftigen Massenprotesten während dessen es, trotz heftiger und brutaler Repressionen immer wieder gelungen ist die Illegitimität des Zusammentreffens und seine dadurch resultierenden Folgen aufzuzeigen und teilweise zu blockieren. Unter dem Motto Block G7 – Smash Capitalism! wird es auch in diesem Jahr wieder massiven Widerstand gegen das Gipfeltreffen geben.

    Der Vortrag soll, neben einem kurzen Abriss zur Geschichte der Gipfel, auch darüber informieren, was G7 eigentlich ist und was seine Auswirkungen bedeuten. Darüber hinaus werden wir auch einen Blick auf die vergangenen Proteste werfen und natürlich einen kurzen Ausblick auf den Stand der Organisation der diesjährigen Proteste, sowie einen Überblick über weitere Mobilisierungsveranstaltungen geben.

  • Buchvorstellung: Encyclopédie des Nuisances: Tyrannei der Geschwindigkeit
  • Das Pamphlet gegen die „Tyrannei der Geschwindigkeit“ wurde Anfang der 1990er Jahre anlässlich der Erweiterung des französischen Hochgeschwindigkeitsbahnnetzes geschrieben. Einige Leute aus dem Umfeld des Protests gegen das Bahnhofsumbauprojekt Stuttgart 21 haben es jetzt in überarbeiteter deutscher Fassung neu herausgegeben.
    Am Beispiel des Reisens und der Mobilität kritisieren die Autoren den technischen Fortschritt unter kapitalistischen Bedingungen, der mehr Freiheit verspricht, uns aber stattdessen in immer neue Abhängigkeiten verstrickt. Es reicht ihrer Meinung nach nicht aus, gegen einzelne Großprojekte oder andere Aspekte dieser Entwicklung zu protestieren. Solche Proteste könnten jedoch Ausgangs- und Sammelpunkte für einen Angriff gegen die gesamte bestehende Gesellschaft werden, deren ökonomische Gesetzmäßigkeiten den immer schnelleren Umschlag von Waren, Informationen und Menschen um jeden Preis erforderlich machen.
    Bei der Veranstaltung werden die zentralen Thesen des Buches vorgestellt und es können sich daraus ergebende Fragen diskutiert werden.

    Mehr Infos zum Buch: http://www.schmetterling-verlag.de/page-5_isbn-3-89657-151-6.htm

  • Herrschaftsinstitution Hochschule: Über die Unterdrückung an der Uni
  • “Universitäten gelten als Orte an denen frei gelernt und geforscht wird.
    Meistens wird der Eindruck erweckt, jede*r könne sich frei entfalten und habe die gleichen Chancen zur Selbstverwirklichung.
    Dabei sind alle Menschen an der Uni Unterdrückung ausgesetzt und die Hochschule spielt eine wichtige Rolle beim Erhalt von Herrschaft – egal ob durch Prüfungszwang, Zulassungsbeschränkungen oder prekäre Arbeitsbedingungen. Kritisches Denken wird oft nur in dem Maße geduldet, wie es die Herrschaftsinstrumente und Hierarchien im System Uni nicht gefährdet.
    Leben, lernen und Arbeit auf dem Campus sind geprägt von Konkurrenz, Wettbewerb und Leistungsdruck. Die Unterdrückungsmechanismen erstrecken sich über alle Fachrichtungen und gehen weit über Lehre und Forschung hinaus.
    Wie sehen diese Formen der Unterdrückung also konkret aus? Wie unterscheiden sich die Zwänge die auf Student*innen, „Hilfskräfte“, wissenschaftliche Miarbeiter*innen, Professor*innen oder „nichtwissenschaftliche“ Mitarbeiter*innen einwirken? Und wie können wir gemeinsam gegen die uns betreffenden Herrschaft Widerstand leisten, um die Institution Uni zu überwinden?”

  • Vortrag über die Nato
  • Staaten schlagen und vertragen sich, und der Zusammenschluss mehrerer zu einem Militärbündnis spiegelt beides wieder. Die NATO, das nordatlantische Verteidigungsbündnis, entstand unter einer anderen Gemengelage als der heutigen. Zunächst als gemeinsame Verteidigung gegen ein sich postnazistisch möglicherweise wieder gegen seine Nachbarn erhebendes Deutschland gegründet, war die NATO bald schon nicht mehr wiederzuerkennen. Ihre neue Rolle als Bündnis gegen den Ostblock brachte eine schnelle Mitgliedschaft Deutschlands mit sich, das nun in den gemeinsamen westlichen Machtblock militärisch integriert wurde.
    Doch welchen Sinn hat die NATO heute, nach dem Nierdergang der UdSSR? Kann überhaupt von einem westlichen Block mit einheitlichen Interessen gesprochen werden, der mit Hilfe der NATO militärisch abgesichert ist? Immer wiederkehrende Konflikte zwischen gerade deutscher und USamerikanischer Geopolitik treten auch im Bündnis zutage. Und was taugt dieses Bündnis im Kampf gegen den Jihadismus, der sich nicht an Staatsgrenzen orientiert?
    Die PR der NATO-Staaten bleibt militaristisch. Antworten auf unsere Fragen können wir von ihr nicht erwarten. Und auch wenn sich die Form und Bewerbung des Militarismus wandelt, bleibt er dem Staat eingeschrieben. Wir wollen aufzeigen, dass Militarismus und Großmachtstreben den Staaten auch heute nicht abzutrennen sind. Als Anarchist*innen sind wir überzeugt, dass Antimilitarismus am Ende wirkungslos bleibt, wenn bloß an Regierungen appeliert wird.

  • Verschiedene Wege zur Anarchie? – Ein Überblick zu einigen anarchistischen Strömungen
  • Unsere Gesellschaft befindet sich im Zustand der “Dauerkrise” und doch ist die anarchistische Szene gespaltener denn je. Wird die Forderung nach einem gemeinsamen Handlungskonzept immer wichtiger? Oder liegt gerade in der Vielfalt der Vorstellungen die stärke des Anarchismus?
    Wir wollen mit euch gemeinsam erarbeiten was für Ideen und Theorien es zur gesellschaftlichen Umgestaltung innerhalb des Anarchismus gab und welche für uns heutzutage relevant sind. Dazu fokussieren wir uns einerseits auf Konzepte, die sich aus dem Anarchokollektivismus entwickelt haben und andererseits auf die individualanarchistischen und insurrektionalistischen Vortellungen.
    Uns ist es wichtig, dass möglichst jede interessierte Person an diesem Workshop teilnehmen kann. Daher werden wir erst eine kurze Einführung zu grundlegenden Begriffen und Ideen des Anarchismus geben. Daraufhin möchten wir uns in einer Gruppenarbeitsphase mit ausgewählten Texte einflussreicher Theoretiker*innen verschiedener Strömungen auseinandersetzen. Hier wird es auch eine englische Option geben, sodass hoffentlich insgesamt auch Menschen am Workshop teilnehmen können, die sich in der deutschen Sprache nicht sicher fühlen.
    In der dritten Phase möchten wir wichtige Begriffe der Strömungen sammeln und so allen einen Überblick vermitteln, um dann abschließend über aktuelle Perspektiven zu disskutieren.

  • Workshop zu Computersicherheit, Antirepression und Anonymität
  • Wir leben in einer stark digitalisierten Welt, in der Unternehmen und Staaten die Herrschaft über Daten als ihr wertvollstes Vermögen werten. Wenn der Mangel an technischer Expertise der Bevölkerung systematisch ausgenutzt werden kann um die öffentliche Meinung zu diktieren, Selbstgefälligkeit zu propagieren und unser Leben zu überwachen und zu verfolgen, müssen wir uns emanzipieren und uns gegenseitig bilden. Geheim- und Nachrichtendienste sowie große Unternehmen setzen die fortschrittlichste IT ein um nicht nur unsere private Mail-Korrespondenz, sondern auch unser gesamtes Browsingverhalten und unsere physischen Bewegungsmuster zwischen und innerhalb von Städten zu analysieren.
    Zum Glück gibt es einige Dinge die wir tun können. Schritt eins ist Bildung. Kennt die Risiken und Tücken. Schritt zwei ist Handlung. Es ist nicht genug zu wissen, wir müssen es auch in die Tat umsetzen.
    Der Workshop zu IT-Sicherheit soll die einfachen und effektiven Dinge verständlich erklären, die Ihr tun könnt um Euch selbst und Eure Freund*innen zu schützen.

  • Vortrag: Anarchistische Schulkritik und Pädagogik
  • In der öffentlichen Wahrnehmung erscheint die staatliche Bildungsinstitution Schule gemeinhin als alternativlos, allenfalls reformbedürftig. Dem gegenüber mangelt es aus anarchistischer Perspektive nicht an schonungsloser Kritik am Pauken, an der Fremdbestimmung und am Eintrichtern von Disziplin und Lehrinhalten.

    Dabei lassen sich mehrere Phasen libertärer Kritik ausmachen, von denen der Vortrag auf die jüngere Phase seit den 1960er Jahren eingeht: in dieser erfreuen sich pädagogisch-optimistische Ikonen aus klassisch-anarchistischen Zeiten (z.B. Francisco Ferrer oder Leo Tolstoi) zwar immer noch einer wohlwollenden Rezeption, jedoch werden auch immer skeptischere Tendenzen gegenüber der Erziehung als Herrschaftsinstrument laut, die bis zur gegenwärtigen Diskussion antipädagogischer Standpunkte gehen.

    Außerdem stellt sich die Frage, wie Herrschaftskritik an Schule aussehen kann in einer Zeit, in der weniger auf Anordnung gepaukt, sondern an die Selbststeuerungspotentiale von SchülerInnen appelliert wird, d.h. neue oder neoliberal reorganisierte Herrschaftsmechanismen in Schule auftreten.

    Nicht zu kurz kommen sollen neben der Besprechung mutmachender Beispiele anarchistischer Bildungspraxis auch die Diskussion.

  • Vortrag: Was ist Rätekommunismus?
  • Lenin hatte wenig freundliche Worte für seine WidersdacherInnen. So mancher wurde als „Anarchist“ beschimpft, obwohl er sich gerade eine konsequente Umsetzung Marxscher Ideen zur Aufgabe gemacht hatte. In Deutschland und den Niederlanden formierte sich um die kämpfende ArbeiterInnenschaft und Figuren wie Anton Pannekoek und Herman Gorter die Theorie und Bewegung des Rätekommunismus. In Italien prägten die OperaistInnen die Selbstbezeichnung als „Autonome“. Sie alle einte der Anspruch, den Kommunismus als staatsfeindliche, undogmatische Bestimmung gegen den Leninismus zu setzen.

  • Vortrag zur Feindlichkeit gegenüber nicht-monosexuellen Menschen
  • „Entscheide dich endlich!“ oder „Bisexuelle gibt es doch gar nicht“ – Die Erfahrung von Feindlichkeit und Unsichtbarkeit ist eine welche viele nicht-monosexuelle Menschen teilen. Nicht-monosexuell sind alle Menschen, die nicht „nur“ ein „Geschlecht“ anziehend finden. Diskriminierung ihnen gegenüber findet nicht allein von Heterosexuellen statt, auch Lesben und Schwule grenzen sie oft aus. Das hat zu Folge das Bi-, Pan- und Queermenschen in vielen Ländern sich häufiger das Leben nehmen, mehr psychische Probleme haben, häufiger sexualisierter Gewalt ausgesetzt und auch ärmer sind als Lesben und Schwule.

    Der Vortrag setzt sich teilweise aus persönlicher Perspektive mit den gesellschaftlichen Zusammenhängen dahinter auseinander. Dabei werden unter anderem folgende Fragen gestellt. Welche Formen hat die Feindlichkeit- und Unsichtbarmachung von nicht-monosexuellen Menschen? Wie unterscheiden sich die Diskriminierungserfahrungen von nicht-monosexuellen „Frauen“ und „Männern“? Warum ist eigentlich Sex zwischen zwei “Frauen” und einem “Mann” gesellschaftlich viel akzeptierter und präsenter als Sex zwischen einer „Frau“ und zwei „Männern“? Wie hängt Unterdrückung von nicht-monosexuellen Menschen mit anderen Formen von Herrschaft und Unterdrückung z.B Sexismus, Patriarchat zusammen? Was können wir gegen ihre Diskriminierung tun?